Roots

Ich habe mir gestern eine DVD gekauft, bzw genauer gesagt ein paar DVDs, nämlich die TV-Serie „Roots“ aus den 70er Jahren.
Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt Werbung ist: Ich habe die komplette 1te Staffel für 8€ (!) bei Karstadt bekommen.
Die ersten 1 1/2 Folgen habe ich bisher gesehen und das ganze ist durchaus unterhaltsam. Aber vieles wirkt recht spekulativ, gerade die Darstellung des Stammeslebens von Kunta (dem Hauptcharakter). Hier werden durchaus die sattsam bekannten Ethnikitsch-Clichés des wilden Afrikanischen Stammeslebens zelebriert, woran auch der positive Blickwinkel wenig ändert. Aber das ist (nach einem lustigen Gastauftritt von O.J. Simpson) bald vorbei, wenn Kunta, wie erwartet versklavt wird. Ab hier erzählt die Serie von Kuntas Verschiffung in die USA und spannt den Bogen über mehrere Generationen bis zur Sklavenbefreiung (aber soweit bin ich noch nicht).

„Roots“ war damals das TV-Highlight schlechthin. Die letzte Folge hat bis heute den 3ten Platz der höchsten Einschaltquoten der USA (nach einem Super-Bowl-Finale und dem Finale von M*A*S*H). Ob die Serie die entsprechende Erwartungshaltung erfüllen kann, nach den ersten 1 1/2 Folgen habe ich da leichte Zweifel, aber unterhaltsam ist sie trotzdem.

Eine Frage stellt sich mir nur: Ich habe in dem ganzen Dorf von Kunta kein einziges Buch gesehen. Dennoch scheint er Moslem zu sein, wo ich den Islam mit seinem Koran immer als „Buchreligion“ verstanden hatte. Ich hab bei einer kurzen Recherche im Internet dazu nicht viel finden können. Falls es tatsächlich schon Menschen gibt, die diesen Blog lesen, und falls diese auch noch was dazu wissen: War damals der Islam in Afrika schon so weit verbreitet?