Archiv für Juli 2008

Gut gebrüllt, Löwe?

„Prinz Kaspian“ ist ein Agenda-Film, daran besteht kein Zweifel, und offensichtlicher kann er sich als solcher auch nicht mehr zeigen. Seine diesbezügliche Ehrlichkeit – im Gegensatz zum Vorgänger, der noch durchaus subtiler vorging – müsste man Regisseur Andrew Adamson sogar hoch anrechnen.
(…)
Als Spektakel funktioniert auch dieser zweite Narnia-Film ganz hervorragend. Aber: dass „Prinz Kaspian“ mehr ist, dass der Film auch erziehen will, ist offensichtlich, schon bedingt durch seine junge Zielgruppe. Hinter dem offensichtlichen Bibelpädagogik-Subtext verbergen sich Politpropaganda und Kriegsdurchhalteparolen. Ein Kinderfilm als Rekrutierungsvideo. Die christliche Rechte braucht Nachwuchs.

Der erste war schon stinklangweilig und fies moralinsauer.
Heise-Kritik zu Teil 2

George Orwell Tagebücher

From 9th August 2008, you will be able to gather your own impression of Orwell’s face from reading his most strongly individual piece of writing: his diaries. The Orwell Prize is delighted to announce that, to mark the 70th anniversary of the diaries, each diary entry will be published on this blog exactly seventy years after it was written, allowing you to follow Orwell’s recuperation in Morocco, his return to the UK, and his opinions on the descent of Europe into war in real time. The diaries end in 1942, three years into the conflict.
(…)
Whether writing about the Spanish Civil War or sloe gin, geraniums or Germany, Orwell’s perceptive eye and rebellion against the ‘gramophone mind’ he so despised are obvious.

http://orwelldiaries.wordpress.com/ (via)

Bond Song

Der Titelsong des nächsten James Bond Streifens wird von Jack White und Alicia Keys gesungen. Interessante Kombo. Und ich sollte mal wieder anfangen über Politik zu bloggen. Aber mir fällt grad nix ein.

Introduce a little anarchy??


„Introduce a little anarchy.
Upset the established order.
And everyone loses their minds!“
- The Joker -

In etwa einem Monat startet The Dark Knight auch endlich in den deutschen Kinos. Der Hype geht auch langsam in Deutschland. Neben dem durchaus schon recht überzeugenden aber in Deutschland eher mäßig erfolgreichen Vorgänger Batman Begins ist wohl vor allem der frühe und überraschende Tod von Heath Ledger hauptverantwortlich für diesen Hype, der dem Film in den USA und in den anderen Ländern, in denen er schon gestartet ist, Rekordeinahmen beschert.
Ledger spielt den Oberschurken Joker. Und im Zusammenhang mit dieser Rolle ist schon im Vorfeld des Films immer wieder ein Stichwort gefallen: Anarchie.
Und das ist nicht ein Wort, das in diesem Zusammenhang von irgendwelchen Medien ins Spiel gebracht wurde, sondern recht früh gleich von Regisseur Christopher Nolan und den Drehbuchautoren David S. Goyer und Jonathan Nolan.

Goyer beschreibt den Joker als jemanden, der von grund auf ein Anarchist ist. Und da Anarchie zu Terrorismus führt, ist dies für das Publikum ein nahe liegender Vergleich. Auch Nolan sieht unterschiede zwischen der im Film erzählten Geschichte und dem Terrorismus in der realen Welt. Hauptsächlich deswegen, weil der Joker keine politischen Beweggründe für seine kriminellen Taten hat.
„Jokers Beweggrund ist das Chaos. Für mich ist das ein großer Unterschied, etwas Zeitloses und noch etwas beängstigerend“, meint er.
(…)
„In diesem Film ist es Jokers einziges Ziel durch seine Terrorherrschaft Batman auf den Plan zu rufen. Aber man bekommt auch das Gespür – nun, er sagt es direkt – dass er Batman gar nicht dazu bringen will. Er will einfach nur weiter seine Spielchen spielen“, sagt Goyer.
Quelle: batmannews

Allein die inhaltlichen Widersprüche in diesem kurzen Zitat sind der Hammer. Der übersich halber nochmal gekürzt:

von grund auf ein Anarchist (…) keine politischen Beweggründe (…) Chaos (…) Terrorherrschaft

Also, wenn ich das jetzt Richtig verstanden hab, will also der Joker als anarchist eine unpolitische Terrorherrschaft.

Was hier recht schwurbelig rüberkommt und im Film selbst dann deutlicher wird, ist, was die Autoren wirklich unter Anarchie verstehen, nämlich ein extrem eskalierendes Konzept des (Anarcho-?)Primitivismus, wie ihn v.a. John Zerzan geprägt hat. Das überrascht noch nicht mal groß, denn (leider?) ist dies die Strömung, die in den USA die größte öffentliche Wahrnehmung hat und in dieser öffentlichen Wahrnehmung ist dann Primitivismus Anarchie und umgekehrt.
Zu diesem Komplex und diversen anderen anarchistischen Strömungen die es in den USA gibt, kann ich nur folgendes Buch empfehlen:
›Neuer Anarchismus‹ in den USA – Seattle und die Folgen, herausgegeben von Gabriel Kuhn.

Deutlich tiefgehender als ich analysiert Critical Culture die primitivistischen Positionen und Äußerungen des Jokers:

His villainy comes out of what he does with his freedom, but that makes it almost secondary. His primary characteristic is freedom itself. Perhaps that’s why he needs to be captured and locked up.

Brennende Autos

Schlicht, aber deutlich:
brennende-autos.de

Genua

Im Großen und Ganzen recht gut geschriebener Artikel des Guardian über die Stürmung der Diaz-Schule beim G8 in Genua. Nächstes Jahr wieder in Italien.