Archiv für November 2008

Rassenlehre mit Google

Rassenlehre
gefunden bei bikepunk089

btw: Der in dem Artikel erwähnte Naziaufmarsch findet statt.

Debatte und Diskurs

Nur am Rande verfolgen konnte ich die aktuell in einigen Blogs und anderswo stattfindende Debatte rund um Antifapolitik. Dankenswerterweise hat Bikepunk die bisherige Diskussion grob zusammen gefasst.
Grundsätzlich kann ich auch verstehen, wenn einige Leute Antifapolitik als staats- und „demokratie“erhaltend sehen. Allerdings muss imho auch auf der rein praktischen Ebene geschaut werden, wie das dann in der Realität aussieht, und die heißt gerade in Süddeutschland, dass Naziausfmärsche eigentlich immer bis zum bitteren Ende durchgezogen und oftmals auch durchgeprügelt werden, egal wie sich der Protest dagegen artikuliert. Das heißt dann auch zwangsläufig, dass selbst der reine Anti-Naziprotest oftmals sehr leicht das Gewaltmonopol des Staates in Frage stellen kann. Da es immer noch oft am leichtesten ist „unpolitische“ Menschen gegen Nazis zu mobilisieren, ist dies doch schonmal ein wunderbarer Anknüpfungspunkt für grundlegende Agiation und Staats- und Gesellschaftskritik.
Aktuell finde ich persönlich wäre eigentlich eine Debatte um Abschottungspraktiken innerhalb der Radikalen Linken eher nötig. Das reicht von krasser Abgrenzungspolitik in linken Zentren gegenüber all jenen, die nicht gleich ins optische Klischee eines/einer „ordenlichen Linken“ passen über die Aktionsform des schwarzen Blocks bzw. das, was oftmals auf kleineren Demos davon übrig bleibt und eben von außen dann doch eher albern wirkt und gleichzeitig den Focus der Polizei so auf diese Demonstrationsteilnehmer_innen lenkt, was ein sinnvolles und kräftiges agieren und agitieren im Sinne einer „Propaganda der Tat“ meist verunmöglicht.
Wie andere Formen klarer und aussagekräftiger Aktionen nicht nur aber insbesondere gegen Nazis aussehen können, bleibt zu diskutieren.
An einem Ansatz mal eine gesammelte solidarische Kritik an der Aktionsform Black Bloc zu üben – gerade auch in Anbetracht immer schärferer Repressionsmaßnahmen wie den neuen Versammlungsgesetzen in Bayern und BaWü – hat sich der Infoladen Ludwigsburg versucht. Den lesens- und diskussionswürdigen Text findet ihr hier.

Rassismus in Europa

Offensive opinions have also originated from the other end of the political spectrum. Die Tageszeitung, a Berlin newspaper that supports socialist and leftist causes, predicted Obama’s election in June when it published a large front-page photo of the White House under the headline, „Uncle Barack’s Cabin.“

The reference was to „Uncle Tom’s Cabin,“ an anti-slavery book written by 19th-century author Harriet Beecher Stowe. But editors of the paper insisted they did not mean to imply that Obama would be an Uncle Tom, or a submissive slave. Rainer Metzger, a deputy editor, said the headline was satirical.

„I‘m sure 99 percent of our readers would understand it correctly,“ he told the German magazine Der Spiegel. „As for the rest, well, tough luck. You can‘t please everybody.“

Yonis Ayeh, a board member with the Initiative of Black People in Germany, a group that criticized the Die Tageszeitung article when it was published, said racial prejudices are common, if not always blatantly expressed.

Die Washington Post fasst in einem Artikel rassistische Reaktionen europäischer Medien im Bezug auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl zusammen.
(via BlackPrint)

Ja

The Yes Men haben mal wieder zugeschlagen:

Aktivisten und Aktionskünstler um die Gruppe „The Yes Men“ ließ von gut tausend Helfern jenes 14-seitige Werk verteilen, das auf den Nationalfeiertag 4. Juli 2009 datiert – es sollte ein Blick in eine bessere Zukunft sein, wie sie sich die Macher der falschen Zeitung erträumen. Sogar die „New York Times“-Internet-Seite bauten sie mit ihren erfundenen Nachrichten nach.

Quelle: Abiturienten-Bild

Der zivilisierte Westen?

Im britischen Verteidigungsministerium wird derzeit über Pläne nachgedacht, die Pressefreiheit bei Angelegenheiten der nationalen Sicherheit gesetzlich einzuschränken. Auch der Polizei sollen gesetzlich bindende Vorschriften die Macht verleihen, Medien von der Berichterstattung bestimmter Fälle, die „Implikationen für die nationale Sicherheit haben“, abzuhalten.

mehr dazu bei Telepolis

ORF Rassismus gegen Obama

Obamas Wahl sei „eine äußerst beunruhigende Entwicklung“, etwa weil „die Schwarzen in ihrer politisch-zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit seien.“, sagt Klaus Emmerich, ehemals Chefredakteur und USA-Korrespondent des ORF. (AbiBild dazu)

Street Avantgarde

Was Avantgarde und revolutionär war, wurde integriert; was transzendieren sollte, zementierte einen Immanenzzusammenhang, aus dem für die Kunst kein Weg zu führen scheint. Kunst wird damit zum Betrug, leistet einen Beitrag zur „Aufklärung als Massenbetrug“ (Horkheimer / Adorno, Dialektik der Aufklärung). Was in ihr aufbewahrt wird, existiert nur noch als etwas, das in der Kunst aufzubewahren, nicht aber zu verwirklichen ist; ihr Versprechen wird von ihr im selben Moment gebrochen, weil sie, um die Möglichkeit der Einlösung zu erhalten, mehr sein müßte als Kunst. Ihr droht in der Moderne der Rückfall ins Design, in die Werbung; sie droht, vollends als Schmuck und Verschleierung der Verhältnisse, zur Barbarei zu werden, zum „Beweis“ dafür, daß sich in dieser Welt gut leben läßt.
Die Hoffnung knüpft sich an Benjamins Vorstellung, daß die Verhältnisse nur ein kleines Stück verschoben werden müssten, um den Bann zu brechen, um Alles so zu stellen, daß es sinnvoll ist. Die Idee ist also die, daß Street Art, etwa dadurch, daß sie mit der hergebrachten Isolation der Kunst in Museen und Gallerien bricht, vielleicht eben das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, wenn nicht auf den Kopf stellt, dann doch wenigstens so weit verrückt, daß Wege aus dem Verhängniss offenbar werden.

Aufstand der Zeichen? Zum Verhältnis von Street Art und Avantgarde.
(via rebel:art)

Staatsantifa

In ihrer aktuellen Ausgabe beschäftigt sich die Jungle World mit der Zentralstelle Ludwigsburg, die gegen NS-verbercher ermitteln sollte.
In der Jungle World hat dazu auch Dietrich Kuhlbrodt, Staatsanwalt a.D., Filmkritiker und Schauspieler über seine Erfahrungen berichtet:

In der Zelle wurden wir uns schnell einig, dass die zwölf Mann der Zentralen Stelle für Augenwischerei gegenüber dem kritischen Ausland eingesetzt waren. Es wird ja was getan. Tatsächlich war die Konstruktion der Zentralen Stelle auf Ineffektivität ausgerichtet.

Etwas ausführlicher erzählt er darüber in seinem empfehlenswerten aber im Schreibstil gewöhnungsbedürftigen Buch Deutsches Filmwunder – Nazis immer besser

Wahlen über Wahlen

Beinahe unbemerkt wurde während der Präsidentschaftswahl in den USA in Kalifornien auch per Volksentscheid die Proposition 8 beschlossen und damit das Konzept der gleichgeschlechtlichen Ehe wieder beerdigt.

Militant gegen Nazis

So könnte das Motto von Inglorious Basterds lauten.
Es gibt inzwischen auch ein paar Fotos dazu hier, hier und hier

So könnte aber auch das Motto der Aktionen gegen das „Heldengedenken“ in München lauten. Dazu ist im Netz heut ein lustiges Video aufgetaucht: