Gesammelter Kram #1

Burkhard Schröder in der taz über die Reaktionen auf den Angriff auf den Passauer Bullenchef Mannichl:

Trotzdem ist Mannichl ein parteipolitisch unabhängiger Rechter. Seine ordnungspolitischen Ideen entsprechen dem Motto „Law and Order“: Hart durchgreifen, der Staat muss Flagge zeigen, wehrhafte Demokratie. Wer meint, ekelhafte politische Ideen wie die der kackbraunen Kameraden dadurch effektiv bekämpfen zu können, indem man deren Symbole beschlagnahmt oder sogar Hakenkreuzfahnen aus Gräbern ausbuddeln lässt, hat nichts begriffen, ist sich aber des kostenlosen Beifalls der schlicht strukturierten öffentlichen Meinung gewiss. Der Passauer Polizist wird nicht schon dadurch zum politischen Vorbild, weil er Opfer neonazistischer Gewalt geworden ist. Seine Art und Weise, gegen Nazis zu sein, entspricht nur der deutschen Leitkultur: „Melden“, „Durchführen“, „Verbieten“.

via NPD-Blog

Mit den öffentlichen Reaktionen setzt sich auch Frédéric auf Spreeblick auseinander:

Im Alltag ist die Beschäftigung mit dem Rechtsextremismus einigen Verfassungsschutzbeamten, ein paar Bürgerrechtlern und einer marginalisierten linken Szene vorbehalten: Wir interessieren uns nur dafür, wenn tatsächlich etwas bemerkenswertes passiert. Trotzdem sind Nazis ein Phänomen des Alltags, rechtsextremistische Parteien feiern ihre Wahlerfolge, die Glatze in der S-Bahn, die verschiedenen Aufmärsche, die Übergriffe im privaten Umfeld, die Angst nicht-weißer Freunde, in den Osten zu fahren. Die Bedrohung von rechts, die privat sehr wohl eine Rolle spielt, spiegelt sich medial nur in Ausnahmefällen: da wir aber wissen, dass es sich um ein gefährliches Phänomen handelt, müssen wir, sobald dieses Thema groß aufkommt, besonders gründlich und besonders moralisch integer sein. Die klassische Reaktion, eine Hyperkorrektur. Oder eben Überkompensation.

And now for something completly different:

Und für alle, die ein Problem mit Weihnachtskitsch haben, gibt es hier besten Antifa-Splatter:
via Analyse, Kritik & Aktion