Kampf gegen Rechts in Bayern

Nachdem es ein starkes mediales Interesse nach dem Angriff auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl gab, wurde zur Abwechslung auch in Bayern mal die extreme Rechte thematisiert.
Das ist super und war gar nicht überraschend, denn schließlich hat der Kampf gegen Recht in Bayern ja schon immer höchste Priorität gehabt.
So schaffte es Bayern z.B. 2006 dafür zu sorgen, dass die Münchner Burschenschaft Danubia tatsächlich nicht mehr rechtsextrem ist.
Dabei besticht insbesondere das Bayrische Innenministerium durch fundierte Analysen, zeigen sie doch deutlich auf, das die Bayern gar nicht so rechts sind, wie viele meinen.

Die im Jahr 2006 veröffentlichte Studie „Vom Rand zur Mitte“ der Friedrich-Ebert-Stiftung
unternimmt den Versuch, durch Gleichsetzung von Patriotismus und Rechtsextremismus den
Menschen in Bayern allgemein rechtsextremistische Tendenzen zu unterstellen.
[…]
Die Studie ist für eine Beurteilung des Rechtsextremismus keine geeignete Grundlage. Das Gegenteil ist richtig: Traditionsbewusstsein, Heimatverbundenheit und Patriotismus der Menschen in Bayern sind ein starkes Bollwerk gegen Extremismus jeder Art.

Quelle

Das Innenministerium weiß aber auch, wie ganz konkret der Rechtsextremismus bekämpft werden kann:

An bayerischen Schulen werden rechtsextremistische Verhaltensmuster von Schülern – Auftreten, Aussehen, Kleidung, gesamtes Verhalten – nicht geduldet, auch wenn keine unmittelbaren Verstöße gegen bisherige Schulregeln bzw. Schulrecht vorliegen. Mit folgenden Maßnahmen wird frühzeitig gegengesteuert: […]
- Verbot des Tragens von „Symbolen“, die eine rechtsextremistische Gesinnung signalisieren, an Schulen (z. B. Springerstiefel in Verbindung mit weißen Schnürsenkeln oder hochgekrempelten Jeans).

Und wenn Bayern dann so erfolgreich den Rechtsextremismus bekämpft hat, dann brauch man dort ja auch keine Hilfe mehr von so linksradikalen, gesellschaftlich isolierten Splittergruppen wie dem A.I.D.A.-Archiv. Da sollen die mal nicht so rumheulen.

Die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.) dokumentiert seit 1990 die Aktivitäten der extremen Rechten und informiert darüber Presse und Öffentlichkeit. Initiativen gegen Rechts schätzen die Arbeit des mehrfach ausgezeichneten Archivs, so etwa die Münchner Grünen oder der Bayerische Jugendring, bei dem auch die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus angesiedelt ist.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Kampf gegen die extreme Rechte ist dem Bayerischen Innenministerium aber offensichtlich ein Dorn im Auge. Scheinbar will sich die bayerische Staatsregierung die alleinige Informations- und Deutungshoheit über das Thema Rechtsextremismus, das sich dagegen richtende Engagement sowie die Bildungsarbeit in diesem Bereich sichern. Linke, kritische, zivilgesellschaftliche Gruppen stören dabei offensichtlich.

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