Archiv für Juni 2009

Vielleicht

Vielleicht wenn
die letzte Kritik zensiert,
die letzte Satire gelöscht und
die letzten Internetuser erfasst,
wird die „Community“ merken
dass appellativ-staatstragende Politik
schon mal gar nix bringt.

Deutschland weghacken!

inspired by pantoffelpunk

Netzzensur

Überraschung! Die SPD ist in der Zensur-Verhandlung mit der CDU eingeknickt. Vielleicht merkt die „Generation Internet“ ja jetzt mal, das appellative Politik nix bringt. Ich bezweifel das aber…

Bastardi senza gloria

Der Titel klingt echt cool auf italienisch.

Bastardi

Das wird ein Fest!
Noch 64 Tage, wenn ich richtig gezählt habe.

via Teaser Trailer

Fundamentalisten des Kinos

Es gibt offensichtlich auf beiden Seiten »Fundamentalisten«: Bewohner des Popcorn-Universums, die jede kritische Öffnung ihrer geschlossenen Kinowelt als Kränkung betrachten; Bewohner des Diskurs-Universums, denen die Vorstellung von purem Vergnügen als unsittliches Angebot erscheint. Wenn ich mich bei einem Rundblick über die Filmkulturen nicht sehr täusche, so gibt es kein Land, in dem sich intellektuelle und Popcorn-Fraktion so unentspannt, unversöhnt und ideologisch aufgeladen begegnen wie in Deutschland. Das hat wohl einen größeren Zusammenhang. Der große Bruch zwischen dem Diskurs- und dem Popcorn-Universum wird hier überlagert und verstärkt von einem allgemeinen antiintellektuellen Impuls auf der einen und einem antipopulären Impuls auf der anderen Seite.
[…]
Nun geht es um die Existenz gleich auf zwei Ebenen: Um das Recht einer Unabhängigkeit der Kritik von ökonomischen Verwertungsinteressen und um das Recht auf ideologische Unabhängigkeit. Denn die wirkliche Konfliktlinie verläuft nicht zwischen intellektueller und Popcorn-Kritik, sondern zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit. Unabhängigkeit von den ökonomischen Interessen des Betriebes, der Politik, der Medienlandschaft und den Erwartungshaltungen des Publikums.
[…]
Das gefährlichste Argument der fundamentalistischen anti-intellektuellen Popcorn-Kritik ist eben der Kurzschluss zwischen Unterhaltung und Ideologie. Wenn es gefällt (und eben »gut gemacht« ist), dann ist es auch gut, egal ob es dumm macht, lügt und propagandistisch ist. In diesem Punkt wird eine ausgeprägt konformistische Popcorn-Kritik selber zu dem, was sie den Gegnern eigentlich vorwirft, nämlich politisch. Nur nennt man es dort nicht so. Das gefährlichste Argument der fundamentalistischen intellektuellen Kritik gegenüber dem Popcorn-Universum ist, es von vornherein als dumm und reaktionär hinzustellen. In diesem Punkt wird eine konformistische intellektuelle Filmkritik zu dem, was sie dem Gegner unterstellt: blind.

Georg Seeßlen in der filmzentrale zu den scheinbaren Widersprüchen der deutschen Fimkritik. Warum er dabei immer auf diesem deutsch rumhackt, ist mir nicht so ganz nachvollziehbar, aber ansonsten sehr lesenswert.

via 5Filmfreunde

Weltrevolution dank GoogleWave organisieren

Okay, ich weiß, Google ist böse und so, aber gerade radikal links politisch organisierten Menschen (am besten mit gewissen Nerd-Affinitäten) empfehle ich, sich mal das Präsentationsvideo der neuen Google-Produkts Wave anzuschauen.
Dies wird eine OpenSource-Internetanwendung, die eine Kombination aus Email, Forum und Chat darstellt und darüber hinaus wohl relativ leicht erweiterbar ist.
Beim Betrachten des Videos kam mir sofort die Idee, wie es denn wäre, wenn es dazu einen sicheren Server (z.B. über Riseup) gäbe und dazu ein PGP-Plugin o.ä.
Dann könnten damit Politgeschichten, wie z.B. Aufrufe/Reden schreiben recht leicht koordiniert und organisiert werden, ohne dass sich für die ganze Diskussion der Arsch auf langen, zeitlich ungünstig liegenden Plena plattgesessen werden müsste (wobei wir da ganz wohl nie drumherum kommen).
Ich will jetzt gar nicht alle Gedankenspiele in Worte fassen, das wichtigste ist wohl, dass der Zugang, wenn ein guter Server dahingehend eingerichtet wurde, halt extrem leicht und dennoch sicher gemacht werden könnte, während derzeitige Sachen, wie z.B. Jabber oder GnuPG zwar auch leichter geworden sind, aber immer noch gewisse PC-Detailkenntnisse erfordern, die hier größtenteils wegfallen dürften und so die partizipation von nicht-so-ganz-computeraffinen Menschen erleichtern können.

Zu erwartender Mist

It is as if an idiot who enjoyed Shakespeare cut words out of the play, re-assembled them and expected it to be just as good. All you get is nonsense.
[…]
Don’t see it. Don’t rent it. If you love Donnie Darko, as I do, just don’t go there.

popsyndicate über überflüssige Fortsetzung zu Donnie Darko

Filmindustrie

Warum die Filmindustrie schon immer scheiße war (trotzdem mag ich ihren Output, gelegentlich)

Die Halstücher höherziehen

Ausgerechnet in Bayern könnte es bald etwas einfacher werden, sich mal auf ner Demo zu vermummen! Je mehr Leute mitmachen, desto besser.

Die geplante Liberalisierung des Versammlungsgesetzes stößt bei den Polizeigewerkschaften auf Kritik – vor allem der Passus, mit dem das Vermummen bei Demonstrationen von einer Straftat zur Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden soll. Künftig könne deshalb die Polizei bei Demonstrationen nicht mehr in einen Block von Vermummten hineingehen und diese in Gewahrsam nehmen. „Wir werden in München einen Chaoten-Tourismus bekommen“, befürchtet Hermann Vogelgsang von der Polizeigewerkschaft DPolG.
[…]
Künftig, wenn eine Vermummung nur als Ordnungswidrigkeit angesehen wird, werde man „keinesfalls in eine Demonstration hineingehen. Das widerspricht der Verhältnismäßigkeit. Da muss dann schon ein Pflasterstein fliegen.“

Quelle: Süddeutsche

Also wenn das durch ist, mal eine Antirepressionsdemo unter dem Motto „Scheiß auf Ordnungswidrigkeiten!“?

Piraten

Alle Piraten sind Kommunisten!

Die richtige Einstellung

Netter Kurzfilm über ein 129a-Verfahren.

via Einstellung

Shutter Island

In seinem neuen Film wagt sich Martin Scorsese mal auf neues Terrain. Der Trailer verspricht einen Horrorthriller mit Oooooptik.
Und DiCaprio ist natürlich auch wieder dabei.
Sieht extrem gut aus:

via /film

CSU beschließt Online-Durchsuchung

Während der Bundestrojaner noch in der Schwebe ist, macht die CSU ihrem Ruf mal wieder alle Ehre und scheißt auf alle Bedenken.
Viva la Repression!

Trotz massiver Kritik hat Bayerns CSU- Staatsregierung ihre umstrittenen Pläne zur heimlichen Online-Durchsuchung von Computern auf den Weg gebracht.

Das Kabinett billigte am Dienstag den Gesetzesentwurf von Innenminister Joachim Herrmann [CSU].

Damit soll es dem Verfassungsschutz erlaubt werden, heimlich über das Internet auf die Computer von Terrorverdächtigen zuzugreifen. Wenn Terroristen sich modernster Kommunikationstechniken bedienten, könne der Verfassungsschutz nicht auf dem technischen Stand von vor zehn Jahren stehen bleiben, sagte Herrmann nach der Kabinettssitzung in München.

Quelle: Futurezone