Archiv für September 2009

Die eigene Position reflektieren

Diverse große Medien und auch diverse Blogs haben in den letzten Tagen über einen Vergewaltigungsfall berichtet, der schon einige Jahre zurückliegt. Der Täter ist sehr prominent und der Fall ist durch aktuelle Vorkommnisse nun wieder ins Rampenlicht geholt worden.

Seitdem ich die erste Meldung dazu gelesen hatte, hab ich überlegt, ob und wie ich darüber bloggen kann.

Wie in jedem Fall, möchte ich das Konzept der Definitionsmacht beachten. Dazu ist es gerade aus der Distanz für mich als Blogger vor allem relevant, was die Betroffene will.
Dazu hab ich ein Statement von ihr gefunden:

I am no longer a 13-year-old child. I have dealt with the difficulties of being a victim, have surmounted and surpassed them with one exception…Every time this case is brought to the attention of the Court, great focus is made of me, my family, my mother and others. That attention is not pleasant to experience and is not worth maintaining over some irrelevant legal nicety, the continuation of the case.

Ein wichtiges Statement, das ich gerne weiterverbreite. Gleichzeitig gehe ich aber davon aus, dass durch die Medienpräsenz des Täters vermutlich die meisten Leser_innen dieses Posts eh schon wissen, von welcher Geschichte ich Rede.

Sollte ich daher überhaupt nichts dazu schreiben?
Macht es als kleiner, linker Blogger im Kontext der großen Medien, die alle darüber berichten, überhaupt einen Unterschied aus?
Soll ich den Täter klar benennen oder läuft das den Wünschen der Betroffenen entsprechend dem o.g. Zitat entgegen?
Inwieweit kann ich mich über die teilweise übelste Medienberichterstattung mit Victim-Blaming, Runterspielen der Vergewaltigung, etc öffentlich in meinem Blog auseinandersetzen, ohne eben genau die ganze Scheiße wieder aufzurollen?

1000 Kreuze in Spree und Isar

Am Samstag gab’s in Berlin den 1000-Deppen-Marsch. Tatsächlich sind wohl ein paar Kreuze in der Spree gelandet!

Berichte dazu gibt’s u.a. beim Gegenbündnis, aka, starblog und Indy.
Auf der Bündnisseite gibt’s auch einige Redebeiträge zum nachlesen.

Auch ein Video gibt’s:

Ein Hinweis an die Menschen, die dabei waren (aber natürlich auch an alle anderen):
Ich hatte anlässlich des 1000+Marsches letztes Jahr mal einen Post, unter dem ich Antisexistische Demoparolen gesammelt habe. Da können auch sehr gerne noch weitere ergänzt werden.

Diese können z.B. am 24. Oktober in München genutzt werden. Denn nachdem die „Lebensschützer“ ursprünglich am 10. Oktober laufen wollten, haben sie nun scheinbar Schiss bekommen und haben ihren Marsch um 2 Wochen verschoben.
Aktuelle Infos dazu wird’s wohl auf der Seite des asab_m geben.
Mal sehen, wieviele Kreuze dann in der Isar landen…

Go West!

Pink Rabbit bei Onkel Schäuble und den Vetriebenen.
Lässige Musikwahl!

via Redblog

Lernt erstmal Autofahren


Quelle: Failblog

Gegen jeden Antijedismus

Die dunkle Seite gewinnt an Macht.
Proletarier Jedis aller Länder, vereinigt euch!

The founder of a religion based on the Star Wars movies has accused Tesco of discrimination after he was ejected from one of their stores for wearing a hood.
Daniel Jones, 23, who founded the International Church of Jediism, was asked to leave the supermarket in Bangor, North Wales as his robes fell foul of Tesco rules which forbid the wearing of ‘hoodies’ in their premises.
The leader of the Jedi Church was deemed a security risk by staff and was told to leave. In turn, Jones has accused Tesco of religious discrimination.

Quelle: Nerdcore

Termine, Termine

Es gibt viel zu tun…

Am 26.09. in Berlin: 1000 Kreuze in die Spree

Die selbsternannten Lebensschützer sind Teil des christlichen Fundamentalismus in der BRD. Wie alle religiösen Fundamentalismen arbeiten auch sie auf eine gesellschaftliche Dominanz ihrer Dogmen hin, etwa Familienzentriertheit, Heterosexualität, Schicksals- und Obrigkeitsergebenheit. In den USA beinhalten Aktionen von Abtreibungsgegner_innen u.a. Blockaden von Kliniken, aber auch gewalttätige Übergriffe sowohl gegen Ärzt_innen als auch gegen Frauen, die abtreiben wollen. Zuletzt wurde Dr. George Tiller, Betreiber einer Abtreibungsklinik, in der auch Spätabtreibungen durchgeführt wurden, im Mai dieses Jahres erschossen. Die Klinik musste daraufhin geschlossen werden. Auch in der BRD und Österreich werden Frauen, die Abtreibungskliniken aufsuchen, heute bereits durch „Gehsteigberatung“ eingeschüchtert und bedrängt, Ärzt_innen als „Massentöter“ diffamiert und Fachkonferenzen von Abtreibungsärzt_innen mit der Wannseekonferenz 1942 verglichen.

Weder christliche Moralvorstellungen noch staatliche Zugriffe dürfen über das Leben und die Körper von Menschen bestimmen. Deshalb rufen wir dazu auf, die Inszenierung der selbsternannten Lebensschützer_innen als „Schweige- und Trauermarsch“ (in dunkler Kleidung und mit weißen Kreuzen) zu stören (bunte Kleidung und emanzipatorische Sprüche).

Am 10.10. in München: My Body – My Choice

Nach massiven Protesten im letzten Jahr in München, Münster und anderen Städten wurde der „1000-Kreuze-Marsch“ in Ulm dieses Jahr abgesagt. Das ist ein Erfolg unserer Aktionen!
Der freie Zugang zu Abtreibungen ist ein wichtiges Element der uneingeschränkten Selbstbestimmung der Frauen über ihren Körper. Das bedingungslose Recht auf Selbstbestimmung der Frauen ist Grundvoraussetzung für die Überwindung der heterosexistischen und repressiven Gesellschaftsordnung.
Wir rufen deshalb am 10.10.2009 in München auf zu wunderschönem, buntem und energischem Protest!

Am 14.11. in München: Antifa Action Day

Geschichtsrevisionismus ist in den letzten Jahren zu einem äußerst attraktiven Betätigungsfeld für die extreme Rechte geworden. Ganz offen wird hierbei auf nationalsozialistische Begriffe wie das „Heldengedenken“ zurückgegriffen. Durch die Umdeutung von Akteur_innen, Orten und Begriffen soll der historische Nationalsozialismus als Ganzes rein gewaschen werden. So versuchen Nazis eine extrem patriarchale, rassistische, antisemitische und ausbeuterische Gesellschaftsordnung auch für die Gegenwart wieder denkbar zu machen. Verhindern wir jegliche Form der Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte!
Eine konsequent antifaschistische Politik muss die sexistischen, rassistischen, militaristischen, nationalistischen und kapitalistischen Verhältnisse in ihre Kritik mit einbeziehen, die den extrem rechten Ideologien und Organisationen als Nährboden und Anknüpfungspunkte dienen. Das Nazis nicht getrennt von dem gesamtgesellschaftlichen Kontext der bürgerlichen Gesellschaft betrachtet werden können, wird bei jedem Naziaufmarsch ganz konkret sichtbar: Es sind die Großaufgebebote der Polizei, die permanent irgendwo in diesem Land öffentliche Auftritte von Nazis erst möglich machen und antifaschistischen Widerstand kriminalisieren.

Deshalb wollen wir am Antifa Actionday u.a. mit einer Demonstration gegen die Nazis und gegen den sexistischen, rassistischen, kapitalistischen Normalzustand, sowie gegen jegliche Form der Soldat_innenverherrlichung und des Militarismus vorgehen.

*wow*: Berliner Polizei kündigt persönliche Kennzeichnung an (mit Klett-Befestigung zum Tauschen und Sammeln?)

Bitte heute nicht Masturbieren!

via Nerdcore

Auf dem rechten Auge blind

Die Jungle World fasst die Geschichte um den Freiburger Bombenbauer-Nazi Thomas Baumann und vor allem die Ermittlungen in diesem Fall zusammen.

Während etwa unter der Regie der Generalbundesanwaltschaft bei der Strafverfolgung der so genannten Militanten Gruppe kein Aufwand gescheut wird, scheint im Fall des südbadischen Nazi-Bombers der Ermittlungseifer vergleichsweise gering zu sein. Die Autonome Antifa Freiburg verfügte über deutlich bessere Informationen als die Polizei, die erst durch eine anonyme Anzeige zu der Erkenntnis gelangte, dass Baumann an Bomben bastelte. Wegen des Verdachts der Vor­bereitung einer Sprengstoffexplosion und Besitz eines nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz verbotenen Schweizer Sturmgewehrs sitzt Baumann nun in Freiburg in Untersuchungshaft.
(…)
Die Ermittler um Generalbundesanwältin Monika Harms suchten bei verhinderten islamistischen Anschlägen, etwa im Fall der Kofferbomber von Köln, nach weiteren Verdächtigen, der Strafbestand der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beginnt mit der Anzahl von drei Personen.
Im aktuellen Fall geben sich die Offiziellen alle Mühe, über deutliche Hinweise auf Mittäter hinwegzusehen.

Nrrrdz

Das Internet darf kein feminismusfreier Raum sein!

Diese großartige These stellen Marlen (heiter scheitern) und Kathrin (I♥digital life) in ihrem großartigen neuen Feminismus+Netzwelt-Podcast Nrrrdz auf. Unbedingt abonieren!