Archiv für Dezember 2009

Avatar

Okay, Avatar ist totaler Ethno-/Eso-/Öko-Kitsch. Aber verdammt guter 3D-Ethno-/Eso-/Öko-Kitsch. Unbedingt in Digital 3D im Kino anschauen!

Nachtrag: Der angeschmierte Designer

Eine Ergänzung zum Artikel Der politische Designer bei Linksunten:

In der Nacht vom 27. auf den 28. Dezember haben wir den Bürokomplex an der Zürichstrasse 98 in Dübendorf, in welchem die Werbe- und PR-Agentur GOAL ihren Sitz innehat mit Farbe verschönert.

Nach der Abstimmung um das Minarettverbot vom 29. November kam es zu lautstarken Protesten gegen die rassistische Politik der SVP und Konsorten. Diese tragen wir weiter, indem wir den Sitz der Werbe- und PR-Agentur GOAL, die seit Mitte der 90er-Jahren für die faschistoide Propaganda der SVP verantwortlich ist, angriffen.

Geschäftsführer von GOAL ist Alexander Segert. Er hat seine Karriere beim Rechtsaussen-Blatt „Schweizerzeit“ begonnen und zeichnet sich seit nun bereits 14 Jahren für die Hetz- und Angstmacher-Kampagnen der SVP aus. Von ihm stammen zum Beispiel die Schwarzen-Schafe-Plakate, welche von Neonazi-Parteien in ganz Europa übernommen wurden. Zudem zeichnet sich Segert mitverantwortlich für die Landtagswahl-Kampagne der FPÖ-Vorarlberg von 2009, in welcher die FPÖ wegen diverser eindeutig antisemitischer Äusserungen ihrer Kandidaten in die Schlagzeilen geriet.

Ein wenig Farbe hat Segerts Firmensitz also schon längst verdient!

Und denk daran Alex:
Heute ist nicht alle Tage; wir kommen wieder, keine Frage!

Minikritiken

Lesbian Vampire Killers ist nochmal deutlich schlechter als eh schon erwartet. Dafür ist Where the Wild Things are (Wo die Wilden Kerle wohnen) nochmal deutlich besser als eh schon erwartet.

Der politische Designer

Spätestens an dieser Stelle wird einmal mehr bewußt, daß Designer zwar großteils unpolitisch sein mögen – Design hingegen, direkt oder indirekt, im Grunde immer (auch) politisch ist. Was uns mitunter durchaus arg in die Verantwortung bringen kann.

Worum geht es? Darum:

Dazu schreibt dt:

Gut möglich, dass bei einer Kampagne, die sich in der Gestaltung der Stilmittel der Nationalsozialisten bedient, der Inhalt in den Hintergrund tritt. Das Motiv nährt Vorurteile und schürt Ängste. Minarette, die aussehen, als wären sie in den Boden gestellte Pershing-Raketen sind nicht grenzwertig, sie überschreiten die Grenze.

Und novum (aus dem Artikel ist auch das erste Zitat) schreibt:

Zu sehen ist auf dem in der Schweiz zwar recht präsenten, aber immerhin höchst umstrittenen Plakat eine perspektivisch dargestellte Nationalflagge, durchbohrt von schwarzen Minaretten mit Schatten – von links kommt eine verschleierte Frau mit Burka ins Bild, ebenfalls schwarz. Abgestimmt aber wird nicht über immer wieder diskutierte Kopftücher, es geht auch nicht um eine die ganze Schweiz überziehende Unmenge von Minaretten. Wie muß sich ein muslimischer Bewohner fühlen, wenn er solche Plakate sieht? Der Satz, so etwas müsse eine Demokratie aushalten, erscheint spätestens bei solchen Sujets als höchst alibihaft. Die Fragen sind also einmal mehr: Wie weit darf das Recht auf freie Meinungsäußerung gehen? Darf sie auch diskriminieren und Haß schüren?

Das dann leider erst (und meist halt eben auch nur) hier erkannt wird, dass Design hingegen, direkt oder indirekt, im Grunde immer (auch) politisch ist, und die Tatsache, dass dies sonst, wenn sich die Bösen nicht so einfach benennen lassen, eigentlich nie passiert, ist leider nicht überraschend.

Nun lässt sich in diesem Fall aber der Böse klar benennen.

Er macht Werbung gegen Schwule und den Islam: Alexander Segert, Chef einer Dübendorfer Werbefirma.

schreibt der Tagesanzeiger über ihn,

Später wurde Segert auch Herausgeber des VPM-nahen und Islam-feindlichen Bulletins «Bürger und Christ», in dem er gegen Schwule, Drogen und Abtreibung wetterte und vor «der schleichenden Infiltration des christlichen Abendlandes durch den Islam» warnte. Alexander Segert war selbst einmal ein Anhänger der rechten Psychosekte VPM – im Sinne einer «intellektuellen Herausforderung», wie er der «NZZ am Sonntag» erklärte.

Diesen Spätsommer machte Segert in Österreich von sich reden, als er für die Rechtspopulisten der Vorarlberger FPÖ den Wahlkampf managte. Vom «Rattenwerber aus der Schweiz» war in den Medien die Rede. In den FPÖ-Parolen schwangen antisemitische Untertöne mit – mit Sprüchen gegen Türken und Asylbewerber lässt sich in Österreich als Rechtsaussen offenbar nicht mehr punkten. «Elterngeld nur für heimische Familien», forderte die FPÖ auf Segerts Plakaten.

Die Agentur, des Mannes, der auch für das schwarze Schaf-Plakat verantwortlich ist, entwickelte auch ein Online-Game für die Anti-Minarett-Kampagne, wie die SZ berichtet:

Während der Anti-Minarett-Kampagne löste nicht nur das Plakat, sondern auch ein Computerspiel Diskussionen aus. Die Anti-Minarett-Initiative schaltete das Spiel mit dem Namen „Minarett-Attack“ online. Im Vordergrund sah man darin Schweizer Häuser, Brücken und Kirchtürme. Dahinter das Matterhorn, auf seinem Gipfel wehte eine Schweizer Fahne.

Sobald man das Spiel startete, wuchsen überall Minarette aus dem Boden. Auf den Balkonen der Häuser standen plötzlich Muezzine. Die Aufgabe für den Spieler: So viele Muezzine wie möglich in kurzer Zeit zu erschießen. Das Spiel war nicht zu gewinnen. Stattdessen erschien am Ende: Game Over. „Die Schweiz ist voller Minarette. Damit das nicht passiert: Am 29. November ja zur Minarettsverbotsinitiative.“

In der Schweiz gab es Diskussionen, ob das Spiel verboten werden sollte. Es blieb eine ganze Weile online. Inzwischen ist das Spiel nicht mehr zu finden, die Webadresse minarett-attack.ch existiert nicht mehr. Dafür gibt es jetzt ein gültiges Minarett-Verbot.

Don‘t bring a gun to a snowball fight

Schneeballschlacht in Washington. Ein Zivicop kommt mit gezogener Knarre. Repression ist echt absurd!

via Doobybrain

This is what democracy looks like! (2)


via redblog

Typisch München

Typisch München: USK verprügelt einen, der an einer falschen Stelle gegrillt hat. Dabei verstaucht sich ein USKler den Daumen. Deshalb wird der Griller u.a. wegen vorsätzlicher Körpervertzung verurteilt. Überraschend neutraler Bericht in der SZ (via)

Drogen retten Banken

LOL! Drogen retten Banken! Kapitalismus ist besser als jede Soap!

Cordröcke sind eine Sünde!

Cordröcke sind eine Sünde!

Lana Wachowski

Artikel bei Cinematical mit interessanter (und überraschend untrolliger) Diskussion über Lana Wachowski. Lana war bisher vor allem unter dem Namen Larry Wachowski bekannt und ist eine Hälfte der Wachowski Brothers (ein somit auch überholtes Label), den Regisseur_innen der Matrix-Trilogie und Produzent_innen der V for Vendetta Verfilmung.
Lana ist im Hollywoodkontext die mir einzig bekannte Trans*-Regisseur_in/Produzent_in/Autor_in.
Das nun veröffentlichte Foto setzt damit hoffentlich auch einen Punkt hinter die in weiten Teilen doch sehr unrühmliche Diskussion die in vielen Filmforen, -blogs o.ä. über sie geführt wurde/wird.

In These Walls Could Talk 3

Courtney von Feministing hat auf einer Preisverleihung für Jane Champion mit Nancy Savoca sprechen können. Savoca war Autorin und Regisseurin von If These Walls Could Talk, über den ich schonmal was geschrieben hatte.
Savoca meinte dort, dass ein dritter Teil von If These Walls Could Talk in der Mache sei.
Ich bin gespannt!

Auch der Rest des Artikels über Preisverleihung ist recht interessant.

Vielleicht sollte ich doch mal aufhören


via mindsdelight