Archiv für April 2010

I love you Phillip Morris

Die Kritik von Jet bei den 5 Filmfreunden lässt hoffen:

Denn der Film greift nicht das langbärtige Komödienklischee auf, das für gewöhnlich allen queeren Mainstream-Comedys in irgendeiner Variation zur Massentauglichkeit verhilft. Nämlich das der Versicherung, alles von normativen Gesellschaftsbildern abweichende sei letztlich nur Mittel zum Zweck oder schlichte Behauptung – und damit ungefährlich. So schlüpfte Robin Williams einst als “Mrs. Doubtfire” in Fummel, um wieder seinen Kindern nahe sein zu können. Transsexualität genügte hier als Joke, so lange sich dahinter kein Ernst zu verbergen drohte und die einzige wirklich schwule Figur als tuntiger Visagist auftrat. In “I Now Pronounce You Chuck & Larry” wiederum spielten Adam Sandler und Kevin James ein schwules Pärchen wider Willen, das nur wegen Pensionsvorteilen eine Lebensgemeinschaft bildete. Am Ende führen sie den CSD in New York an (es bedarf schließlich heterosexueller Initiative, um homosexuelle Rechte einzuklagen) und der Film meint ein Plädoyer für Schwule einzustimmen – doch küssen wollen sich die Männer hier trotzdem auf keinen Fall.

Das alles sind Komödien, die in ihrem Humorverständnis von Gleichberechtigung träumen, aber Homophobie nur nähren. Ihr Erfolg war einer rein heterosexuellen Perspektive und damit komfortabler Publikumssicherheit geschuldet. “I Love You Phillip Morris” nun spinnt eine wirkliche und umweglose Liebesgeschichte zwischen Männern. Hier spielen zwei heterosexuelle Hollywoodstars zwei homosexuelle Typen, die nur ihrer Liebe wegen ein Paar sind. Schwulsein ist hier gar so selbstverständlich, dass sich der Film nicht nur den Verzicht auf böswillige Klischees leisten, sondern auch ganz einfach hauptsächliche eine tradierte Gaunergeschichte erzählen kann. In deren Mittelpunkt eben nicht Frau und Mann, sondern Mann und Mann stehen. So einfach ist das, und leider doch so bemerkenswert.

Logischer Versprecher

Gestern abend bei einer Diskussion über Fußball:

Mügeln muss einfach den Erdbomben gleich gemacht werden

Unter anderem deshalb:

via NPD-Blog

Der Bügermeister hat scheinbar Recht, wenn er sagt, dass Mügeln keine Naziszene hat. Wer brauch ne Szene, wenn alle mitmachen?

Neues Layout?

Nachdem mir einige Leute sagten, mein Design sei viel zu steril und langweilig, arbeite ich nun an einem neuen Aussehen für medium.
Das fast finale neue Design gibt es hier schon mal als Preview

Nochmal Maskulisten

Und nochmal Maskulisten: Jetzt wollen sie Adressen von Frauenhäusern veröffentlichen, um sie zum schließen zu zwingen!

Ladyfest 2010

Vielleicht finde ich die Tage auch noch Zeit einen kleinen Rückblick aus meiner Perspektive auf’s Ladyfest 2010 in München zu schreiben. Bis dahin verweise ich auf die Seite von Radio Lora, wo Felicitas vom Vortrag Neue Väter braucht das Land? über die maskulistische Väterbewegung berichtet.

M.I.A – Born Free

Hinweis: Das folgende Video enthält drastische Gewaltdarstellungen und hat eine extrem bedrückende Atmosphäre.


via Pantoffelpunk

Bundeswehr bundesweit

Schon vor einiger Zeit hatte Kehrt Marsch Dokumente mit öffentlichen Auftrittsterminen der Bundeswehr in Deutschland veröffentlicht. Ich hatte die Termine für München da mal zusammengetragen.

Für alle, für die Antimilitarismus mehr als die Forderung nach einer Wehrpflicht ist, gibts nun alle Termine in einer erschreckend vollen Karte bei Kehrt Marsch.

Achtung bei Kopierern!

Ich hatte letztens auf den Zeit- und Seriennummernstempel bei Farblaserdruckern hingewiesen und gedacht, dass der mit 1-2 Kopien verschwinden sollte.
Das stimmt zwar wahrscheinlich, aber:

Nearly every digital copier built since 2002 contains a hard drive – like the one on your personal computer – storing an image of every document copied, scanned, or emailed by the machine.

In the process, it’s turned an office staple into a digital time-bomb packed with highly-personal or sensitive data.

Quelle: CBS

Also gut überlegen, was mit welcher Technik prdouziert und vervielfältigt werden soll!

Was der Punk immer falsch gemacht hat

Es war einfach ein Akkord zu wenig zum Erfolg:

via Huffington Post

Schuld sind immer die andern (2)

In einer Predigt am letzten Freitag äußerte sich der Gebetschef Teherans Hoyatoseslam Kazem Sedighi zu dem Problem Erdbeben, von dem ja auch der Iran immer wieder heimgesucht wird, wie erst 2003 in der Katastrophe von Bam mit 31.000 Toten. Wenn man sich die Ereignisse der letzten Monate ansieht, Haiti, Chile, Kalifornien, China und jetzt dieser Vulkan, ist das ja auch ein sehr gutes Thema für die Predigt;
[…]
“Viele Frauen, die sich nicht bescheiden kleiden, verführen junge Männer, korrumpieren ihre Enthaltsamkeit und verbreiten Ehebruch in der Gesellschaft… Dies führt zu Erdbeben.”

Quelle: Mädchenmannschaft

Termine! Termine! Termine!

Nachdem Bikepunk auch schon drauf hingewiesen hat:
Vom 23. – 25. April gibt’s in München wieder ein Ladyfest, mit ziemlich umfangreichem Programm.
Meine Persönlichen Highlights:
Freitag ab 17 Uhr in der Glocke Homophobie in der Linken Workshop mit Sylvia Rivera
Samstag ab 11 Uhr im Marat
»If I can’t abort, it’s not my revolution« Internationale Abtreibungsrechte Vortrag mit Judith Goetz (den Vortrag gab’s in München schonmal, spannend und empfehlenswert)
Samstag ab 17 Uhr im Marat Neue Väter braucht das Land? Vortrag und Diskussion über die „Väterbewegung“ in Österreich

Und auch das Wochenende danach heißt es lang auf den Beinen bleiben. Am Freitag, 30. April findet in München die antikapitalistische Demonstration Le monde est à nous statt. Eine Demo mit so vielen Aufrufen, wie es sie in München lange nicht gab: Demo-Bündnis, antifa nt, Soziale Kämpfe Plenum, aka_muc, r|antifajugendmünchen.
Und nochmal der Verweis auf Bikepunk, denn dort wurden einige der Aufrufe mal ein wenig (z.T. sehr) kritisch unter die Lupe genommen [1] [2] [3] [4] [5]
Diese Häufung der verschiedenen Aufrufe macht wohl auch deutlich, dass mit einer ziemlich vielfältigen und bunten Demonstration gerechnet werden kann und sich sicherlich auch diverse Leute mit individuellen Aktionen einbringen können/werden/sollten.
Los geht’s um 18 Uhr am Rosenheimer Platz.

Einen Tag später gibt’s dann eine große Auswahl an Möglichkeiten. In München wird’s wohl die üblichen DGB&Co-Geschichten geben. Wer Nazis ärgern will, fährt nach Schweinfurt, wer’s autonom-traditionslinks möchte fährt nach Nürnberg und wer’s nett und (vermutlich) etwas entspannter mag, fährt nach Rosenheim.

Am Dienstag, dem 4. Mai, soll es in München angeblich eine Antira-Demo geben, aber dazu hab ich leider nichts finden können. Wer da was weiß, bitte gerne in den Kommtaren ergänzen.
Am selben Abend gibt es auf jeden Fall den Vortrag Entschwörungstheorie von und mit Classless Kulla im Freiraum Dachau.

Und am 8. Mai wollen dann in München (mal wieder) Nazis aufmarschieren, diesmal aber eher am Stadtrand. Ausgerechnet an diesem Datum wollen sie einen Fackel- und Trommelmarsch durchführen, dessen Route wohl auch noch an einem Flüchtlingslager vorbeiführt. Nachdem immer mehr Zeitungen bereits frühzeitig im Vorfeld drüber berichtet haben (eine Seltenheit in München!) wird sich dort sicherlich einiger Widerstand regen. Aktuelle Infos gibt’s hier

Titanic erklärt die Welt

Island

P.S.: Wer’s noch nicht gesehen hat, unter meinem Artikel Un-Pak-Bar! (über das Selbstverständnis der Gruppe PAKT) wird fleißig diskutiert.