Innerer Reichsparteitag

Die ZDF-Moderatorin meinte gerade, sein Tor wäre für Miroslav Klose wohl ein „innerer Reichsparteitag“ gewesen. Danach wurde auf Jubelbilder beim Public Viewing in Berlin geschnitten.

Danke, dass ihr selbst immer die bösen Parallelen zieht.

Nachtrag #3
Es gibt sogar schon ein (mit Handy abgefilmtes) Video davon.

Nachtrag #2
Das ZDF hat noch nicht gemerkt, dass die „Redewendung“ wohl auch einen Historischen Bezug haben könnte. (1 2)
ZDF

Nachtrag #1
Der Shitstorm geht schon los. Mal kurz bei Twitter nach #zdf geschaut…
Screenshot


17 Antworten auf “Innerer Reichsparteitag”


  1. 1 to 13. Juni 2010 um 23:07 Uhr

    No comment! Unerträglicher Pietätsverlust! Rücktritt sofort!!!

  2. 2 Lale 13. Juni 2010 um 23:15 Uhr

    ES IST SO UNFASSBAR!!! Die muss weg UND sich öffentlich entschuldigen! Das ist echt..aaaaaaaaaaaaaaah! Mir fehlen die Worrrrrrrrrrrte!

  3. 3 Ähm 13. Juni 2010 um 23:26 Uhr

    „Innerer Reichsparteitag“ ist eine relativ neutrale Redewendung. Verwende ich häufig, verwendet meine Familie regelmäßig, verwendet eigentlich jeder, den ich kenne, und Nazis sind mir keine bekannt.
    Also mal bitte wieder etwas runterkommen. Allerdings ist es mir auch ein innerer Reichsparteitag, dass Cacau sofort getroffen hat. Da wird so mancher Neonazi jetzt nicht mehr wissen, für wen er jubeln soll. :D

  4. 4 medium 13. Juni 2010 um 23:32 Uhr

    Nur weil der Nazi-Bezug von einer Sprechenden vielleicht nicht beabsichtigt ist, ist er doch trotzdem vorhanden und zeugt in dieser Verwendung mindestens von einem eingeschränkten oder nicht vorhandenen historischen Bewusstsein.

    (Wobei das ganze Fahnengeschwenke tut das ja auch)

  5. 5 Fan 13. Juni 2010 um 23:46 Uhr

    Das ist doch echt keine schlimme Aussage. Ihr müsst das doch echt nicht so mies machen. Jetzt seid doch mal entspannter und feiert einfach mit.

  6. 6 fortschritt 14. Juni 2010 um 0:05 Uhr

    Also ich kannte den Ausdruck nicht, aber dieser redensarten-index ist ja eindeutig.: Vor allem wenn man sich ein paar der Beispiele anguckt.
    Gruselig.

  7. 7 Marco 14. Juni 2010 um 1:55 Uhr

    Empört bin ich auch!!! Aber nur über das kleindenkertum was diese allgemeine Redewendung hier zu einem neuen ideologischen krieg formt. Kann mir schwer vorstellen das diesen „offenen briefschwachsinn“ jemand unterschreibt. Ich habe extra Begriffe wie national und Deutschland vermieden um hier nicht in Verruf zu kommen….. Nun hört doch mal auf und googelt etwas!!! Da findet ihr sogar Äußerungen von polizeiobermeistern die ein vereiteltestes Verbrechen mit dem Gefühl des „inneren reichsparteitages“ beschreiben. Echt unverständlich was hier daraus gemacht wird.,,,,

  8. 8 Käptn Kaos 14. Juni 2010 um 3:11 Uhr

    Ja, ja – der gute alte Kriegsreflex ist halt nicht tot zu kriegen. Da hat jemand „Reichsparteitag“ gesagt – Schande über sie! Wir sind ja so was von politisch korrekt, dass selbst gängige Redensarten, die letztlich gänzlich unpolitisches ausdrücken, mit sofortigem Rücktritt geahndet werden müssen.
    Ich habe schon die Aufregung zu „der schlimmste Hetzer seit Goebbels“ nicht verstanden, schließlich hat Brandt damit doch indirekt ausgedrückt, dass Goebbels ein größerer Hetzer als Geissler war. Trotzdem…er hat „Jehovah“,…nein – falscher Film…, er hat „Goebbels“ gesagt, also alle reflexartig aufregen, genauso wie heute mit der armen Müller-Hohenstein.

  9. 9 Glamypunk 14. Juni 2010 um 4:10 Uhr

    Für wen ist denn „innerer Reichsparteitag“ eine alltägliche Redewendung? Diejenigen sollten mal sich und Ihr Umfeld ganz kritisch überprüfen. Diese Formulierung geht nicht und kann auch nicht schön geredet werden. Im Gegenteil, das macht alles nur noch schlimmer. Die WM ist jetzt schon vergeigt, dabei hat sie gerade erst angefangen.

  10. 10 Claudia 14. Juni 2010 um 7:37 Uhr

    Sie hat „Reichsparteitag“ gesagt. Steinigt sie!

  11. 11 Allophilia 14. Juni 2010 um 11:15 Uhr

    @“das ist eine ganz normale Redenswendung“ möchte ja nicht wissen was in eurem Jargon noch alles als völlig normal und unpolitisch durch geht.

  12. 12 Fresh Prince 14. Juni 2010 um 13:29 Uhr

    Als ich von dieser Geschichte gehört habe war ich erstmal a bisserl verduzt. Die Redewendung einen „innerer Reichsparteitag“ zu erleben war mir schlicht und ergreifend bis gestern Abend absolut unbekannt. Laut internet scheint das aber eine doch weiter verbreitete Sentenz zu sein, beim Suchmaschine benutzen finden sich da ewigst viele Einträge.
    Das eklige für mich ist bei dieser binnen kürzester Zeit zu Eklat großgezoomten Sache nicht, dass die Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein damit eine politische oder persönliche Nähe zum historischen Nationalsozialismus zum Ausdruck bringen wollte. Katrin Müller-Hohenstein ist meines Erachtens keine Nazi! Der casus knackus ist viel mehr, dass sie total unhinterfragt, im Affekt des Abgehens über ein bescheurtes Tor für diese Nation, auf eine ihr vermutlich nicht im Geringsten üble Redewendung zurückgreift, die ganz klar in ihrer konzeptuellen Verfasstheit auf den Nationalsozialismus zurückgeht und das nicht einmal merkt. Für mich bringt das mal wieder zum Ausdruck wie tief – auch in konkreten Persönlichkeiten – Sprachfragmente des Nationalsozialismus noch verankert sind. Klar sollte auch sein, dass Sprache nicht neutral ist, auch wenn Leute sich über gewisse Konnotationen und Kontexte nicht bewusst sind. Auch wenn Frau Müller-Hohenstein keinen Nazi-Bezug aufbauen wollte, das Wort „Reichsparteitag“ steht da halt leider dick in der Mitte der Sprache des Nationalsozialismus.

    Was bleibt? Naja, irgendwie das gleiche wie davor, gewürzt mit einem kleinen Bisschen Schadenfreude, darüber dass es schon beim allerersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft den ersten medialen Nazi-Fauxpas geben hat und die Frage inweit das Frausein von der Moderatorin Müller-Hohenstein eine Rolle hierbei spielt, dass ausgerechnet der Fehltritt einer Frau bei Männerthema Fußball so hohe Wellen schlägt.
    Bei all dem widerliche deuschtlandgeilen WM-Gebullshite können wir wahrscheinlich nur versuchen nicht permanent das Kotzen zu kriegen, stattdessen wenigstens jeden Abend ganz viele Fahnen klauen, Daimler zu kicken oder sonstwie die kleinen ganz alltäglichen Subversionsmethoden auszuüben.

  13. 13 Käptn Kaos 14. Juni 2010 um 14:21 Uhr

    was in meinem Jargon noch so durchgeht:

    [edit]medium: interessiert mich nicht[/edit]

  14. 14 @Käptn Kaos 14. Juni 2010 um 14:59 Uhr

    Nicht lustig, sondern absolut bieder und verstockt.

  15. 15 Jens 14. Juni 2010 um 17:05 Uhr

    Bevor ihr euch weiterhin so schön künstlich aufregt wärs vielleicht besser, ihr informiert euch endlich mal, was das eigentlich für eine Redewendung ist…

  16. 16 baboum 18. Juni 2010 um 1:34 Uhr

    hihi und schon setzt der beißreflex der schlandis ein…@alle, die „Bevor ihr euch weiterhin so schön künstlich aufregt wärs vielleicht besser, ihr informiert euch endlich mal, was das eigentlich für eine Redewendung ist…“ wie der gute jensi brüllt nochmal zum mitschreiben:

    1)
    ist der bezug/ursprung dieser redewendung unumstritten (siehe redensarten-index) und damit klar im sprachgebrauch des nationalsozialismus zu verorten (nix mit „aber heute sitzen auch noch irgendwelche gehirnschnecken im reichstag, plz feel the difference between „reichstag“ and „reichsparteitag“)

    2)
    behauptet hier niemensch, dass die hohle nuss aka müller-hohenstein das explizit im wissen zum ursprung der redewendung gesagt hat

    3)
    macht es aber keinen unterschied, ob sie es wusste oder nicht, weil es auf grund von 1) einfach eine bescheuerte aussage ist und es zig-tausend bessere redewendungen, die das gleiche ausdrücken, gibt

    4)
    ist es aba wieder mal typisch das eine nulpe aus(komplexkomplexkomplex)-schland in dieses fettnäpfchen treten musste…soviel zum thema „kompletter bruch mit der zeit des nationalsozialismus“,“neues besseres geläutertes schland“ usw…zeigt einfach mal wieder auf herrlich surreale weise (mensch beachte das gesicht von o. kahn), dass es einfach kontinuitäten in der dt. geschichte in den verschiedensten bereichen gibt („kunst“, justiz *öha*,bräuchen und eben wie in diesem speziellen fall redewendungen…liste kann beliebig fortgesetzt werden) und das wird mensch auch weiterhin kritisieren und angreifen müssen…

    summa summarum: alle schland-honks kopf zu, fernseher an (ja nicht das bier vergessen, sonst könnte ja ein gedanke seinen weg ins hirn finden) und der rest schüttelt verständnislos den kopf über so viel blödheit auf einmal…

    p.s.: @“feiert doch lieber mit“: tu ich auf meine ganz eigene fahnenzerstörende weise…hexhex…:-)

  1. 1 Reichsparteitagsmärchen im ZDF at viralmythen Pingback am 14. Juni 2010 um 1:50 Uhr
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