Zuschauen beim Schwanzlutschen mit Kind und Kegel

Hier werden Menschen ausgeschlossen und stigmatisiert, die keine Lobby haben, um endlich zu etwas dazu zu gehören, das schon lange nicht mehr von schwullesbischer Seite in Frage gestellt wird – der weißen, heteronormativen Mehrheitsgesellschaft. Ich wiederhole mich und ich kann es nicht oft genug sagen, wie absolut widerlich ich dieses Vorgehen finde. Es ist beinahe zynisch, dass hier nicht erkannt wird, dass eine vollständige Assimilation der schwullesbischen Community nie möglich sein wird. Homosexuelle werden immer das Konstrukt bleiben, das sie sind – eine Abnorm von Heterosexualität, die bunten verirrten Anderen, die Tucken und die Tunten, die männlichen Lesben, die Flanellhemd- und Stöckelschuh-Träger_innen, die obskure homogenisierte Masse, denen man auf einem CSD beim Schwanzlutschen zuschauen darf mit Kind und Kegel.

Lantzschi beim Missy-Magazin über den CSD-Berlin und die (Nicht-)Reaktion auf Judith Butlers Nicht-Annahme des Zivilcourage-Preises.
Bei Allophilia gibt’s auch ein Video von Butlers Rede.

Mehr Texte von Lantzschi gibt’s in ihrem Blog Medienelite.