Sodom, Gomorrha und Duisburg

Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW.
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Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme. Doch das scheint den 1,4 Millionen Partygästen nichts auszumachen. Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.
BILD hatte im Internet schon lange zuvor getrommelt für die »geilste Party der Welt«! Und überträgt im Internet die Veranstaltung mit prominenten Moderatoren: Oliver Pocher und Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden melden sich immer wieder aus dem »geilen Getümmel«, sie interviewen Promis wie die Klitschko-Brüder oder DSDS-»Stars«, und wollen diesem Sodom und Gomorrha damit das Flair einer »normalen Veranstaltung« verleihen.
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Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.
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Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!
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Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!

Eva Herrman über die Love Parade in Duisburg. Der Text wurde veröffentlicht auf der Homepage des Kopp-Verlags.

Bei Esowatch heißt es über den Verlag:

Der Kopp Verlag ist ein deutscher Verlag und eine Versandbuchhandlung in Rottenburg am Neckar. Inhaber ist (2009) Jochen Kopp. Das Verlagsprogramm beinhaltet vor allem Bücher der Bereiche Esoterik, Verschwörungstheorien, Ufologie, aber auch Alternativmedizin und Pseudowissenschaften. Angeboten werden auch Werke von bekannten Antisemiten oder Propagandisten brauner Esoterik.


2 Antworten auf “Sodom, Gomorrha und Duisburg”


  1. 1 Entdinglichung 26. Juli 2010 um 14:23 Uhr

    und Jürgen Elsässer fordert auf seiner Heimatseite das Verbot der Love Parade

  2. 2 Allophilia 26. Juli 2010 um 23:26 Uhr

    Im übrigen spricht „Eva Braun“ mit diesem Text einer reaktionären Clientel, die sich als „schweigende Mehrheit“ bezeichnet, geradezu aus dem Herzen. Wer ein geistiges Derivat dieser abscheulichen Menschen geniesen möchte, kann sich ja gerne mal die Kommentare zu einem in der TAZ erschienen Artikel( http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/kommentarseite/1/gott-straft-die-suender/kommentare/1/1/ ) zu Eva’s gequirlter Scheisse ansehen. (Die online-TAZ hat echt ein Problem mit rechten Internetnerds!)

    Ein Kommentar der die bigotte Doppelmoral dieser christlichen Fanatiker auf den Punkt bringt lautet wie folgt:

    „Eva hat wenigstens eine Meinung – sie ist an Werten orientiert, die mit der Mutter Erde in Einklang stehen und niemandem etwas Böses wünscht (Anm.: Außer den Bewohnern von Sodom und Gomorrha und den Besuchern der Love Parade u.v.a. natürlich). Keiner muss ihr in Details gleichschaltet sein, jeder sollte aber so viel Respekt und Achtung mitbringen, wie er für sich selbst wünscht. […]“ ( http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/kommentarseite/1/gott-straft-die-suender/kommentare/1/1/ )

    Hät Maria abgetrieben wäre uns auch das vermutlich erspart geblieben.

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