Mono & Nikitaman sind ein deutschsprachiger Dancehall Act die sich auch in der radikalen Linken großer Beliebtheit erfreuen. Auch ich hab die Musik von ihnen oft und gern gehört, aber inzwischen gibt es echt immer mehr seltsame Fragezeichen zu den beiden.
So werden sie dieses Jahr mal wieder beim Chiemsee Reggae Summer auftreten – direkt vor dem Auftritt von Sizzla.
Irgendeine Art von Statement dazu ist auf ihrer Homepage allerdings nirgendwo zu finden.
Die einzige Aussage, die ich zu diesem Themenkomplex von ihnen finden konnte, ist in einem Interview mit Reggae-Town, in dem ihr Statement dann aber auch eher so Wischi-Waschi ist:
Wir sind gegen Homophobie, Rassismus und Sexismus und befürworten den Dialog anstatt Künstler auszugrenzen und dadurch Diskussion zu verhindern.
2008 sind sie im Wuppertaler U-Club aufgetreten, der auch immer wieder dadurch aufgefallen ist, homophoben Acts eine Bühne zu bieten.
Und auf ihrem Album Für immer finden sich Features von Ward21 (Chi Chi Man fi get kick inna faaaaacccceeee) und Warrior King (Oh I and I a burn out all gay).
Aktuell sind Mono & Nikitaman auf dem Sampler Die kritische Masse 2 vertreten, der aus dem Umfeld von Infokrieg und Konsorten stammt.
Da hör dann doch lieber nettere Sommer-Tunes…
Video via ∀ntifaschistischer ∀rbeitskreis – TS
hallo wastl,
danke für deinen link zum sampler “ kritische masse 2″. wir wurden angefragt für einen „globalisierungskritischen antiüberwachungsstaat sampler“ und es war für uns in keiner mail und auch sonst nicht ersichtlich daß es sich um einen sampler mit band´s aus nationalistischem und antisemitischen umfeld handelt. wir haben uns auf deine mail hin sofort mit den machern auseinandergesetzt und veranlasst das mit uns keinerlei werbung mehr gemacht und unser lied nicht mehr für diesen sampler verwendet werden darf. danke für deine aufmerksamkeit !
wir finden es schade das bei dir immer mehr fragezeichen zu uns auftauchen und finden ein statement wie: „Wir sind gegen Homophobie, Rassismus und Sexismus und befürworten den Dialog anstatt Künstler auszugrenzen und dadurch Diskussion zu verhindern.“ nicht „wischi waschi“, sondern klar und deutlich.
wir haben schwule freunde, lesbische freunde, heterosexuelle freunde und freunde, denen es egal ist, mit wem sie vögeln und finden, daß liebe viel zu schön für grenzen ist !
für uns ist es unvorstellbar, daß man zu dem thema homosexualität eine andere meinung haben kann, weshalb wir nicht ständig darüber reden. sie ist in unserem umfeld das normalste der welt, unterstell uns bitte keine homophobie !
wir haben uns bereits in vielen interviews von homophoben künstlern distanziert und würden auch features mit ward 21 und warrior king, die 6 jahre alt sind, heute nicht mehr machen. sie sind aus rein musikalischen gründen entstanden und wenn man sich die songs anhört geht es in beiden um das gegenteil von ausgrenzung!
wir treten, wie schon viele jahre in folge, auf dem chiemsee reggae festival auf, auf dem dieses jahr auch sizzla spielt. schon letztes jahr haben wir während unserer show das thema homophobie angesprochen und uns klar dazu geäußert. das gleiche problem gibt es mit wiesen sunsplash, aber wie wir uns auf der bühne oder gegenüber dem veranstalter davon abgrenzen und dazu äußern laß bitte unsere sorge sein ! daß wir es ablehnen, daß sizzla letztens beim geburtstagsfest für diktator mugabe aufgetreten ist und sich nicht für seine homophoben texte entschuldigt, ist klar – das er nach deutschland / österreich gebucht wird ein armutszeugnis !
veranstalter buchen künstler die gesehen werden wollen.. das ist das, was verwundert. wir sind gegen verbote, verbote verhindern nur eine auseinandersetzung die stattfinden wird und muß. das publikum hat die macht.
wenn keiner vor der bühne ist, wird ein künstler nicht mehr gebucht werden. auftrittsverbote allerdings lösen nicht das problem der homophobie in jamaica, sie verhindern höchstens den dialog. jamaica hat, wie viele andere länder.. (auch länder in europa) die vorwiegend christlich geprägt sind, ein problem mit homophobie und homosexualität ist in jamaica immer noch gesetzlich verboten ! daran muß sich etwas ändern.
freunde von uns organisieren ein unterstützungswertes projekt, (http://www.helpjamaica.org/) sie setzen sich dafür ein, daß in jamaica bibliotheken in ärmeren regionen und brennpunkten gebaut werden, wir glauben das kann effektiv dem problem homophobie entgegen wirken.
wir sind nicht homophob.. bitte schlag nicht um dich, wenn du gleichgesinnte treffen könntest !
M&N
p.s.: bei fragen stehen wir dir gerne zur verfügung entweder hier oder unter info@mono-nikitaman.de
> wie wir uns auf der bühne oder gegenüber dem veranstalter davon
> abgrenzen und dazu äußern laß bitte unsere sorge sein!
Klar lassen das alle Kritiker_innen eure Sorge sein – aber ihr müsst dann auch damit klar kommen, dass es Leute gibt, die euch für die von euch gewählte Vorgehensweise kritisieren bzw. sie als nicht nachvollziehbar und ausreichend bewerten.
> wenn keiner vor der bühne ist, wird ein künstler nicht mehr
> gebucht werden.
Was unrealistisch sein dürfte, da ihr ja weiter oben bereits korrekt meint, dass Künstler_innen eben gerade deshalb gebucht werden weil ein entsprechendes Publikum vorhanden ist.
Viel nahe liegender wäre doch, dass andere gebuchte Acts, die mit den Positionen von Sizzla und Konsorten nicht einverstanden sind, ihre Auftritte canceln. Sollte das konsequent umgesetzt werden, werden sich die Veranstalter ebenfalls zweimal überlegen, ob sie weiterhin auf homophobe Acts setzen.
Die Position, sich auf die Verantwortung des Publikums zu berufen, ist aus künstlerischer Sicht natürlich relativ bequem. Angesichts der auch in der deutschen Reggae- und v.a. Dancehall-Szene grassierenden Homophobie ist sie aber aussichtslos und das Festhalten daran entweder einer gewissen Naivität oder mangelnder Konsequenz geschuldet. Das Publikum ist Teil des Problems und wird es dementsprechend nicht lösen. Wenn homophobe Inhalte nicht sogar selbst so vertreten werden, so werden sie doch zumindest von einem nicht unerheblichen Teil geduldet.
> auftrittsverbote allerdings lösen nicht das problem der
> homophobie in jamaica, sie verhindern höchstens den dialog.
Als ob dieser Dialog nicht schon Tausend Male geführt wurde. Selbst Sizzlas langjähriger Tourmanager für den deutschsprachigen Raum schmiss mittlerweile hin und beendete die Zusammenarbeit. Weitere Versuche vom LSVD sowie potentiellen Veranstalter_innen (z.B. in Berlin, Ende letzten Jahres) scheiterten ebenso wie die Intervention von mit Sizzla befreundeten Acts wie Gentleman. Stattdessen gibt Sizzla außerhalb Europas weiterhin Interviews in welchen er sich eindeutig zu der von ihm gepredigten Homophobie bekennt, diese verteidigt und eventuelle Zusagen, bestimmte Lieder nicht (mehr) zu spielen, rein als vertragstaktische Manöver ohne praktische Relevanz bei außereuropäischen Auftritten zugibt.
Gerade solange Homophobie weiterhin religiös begründet und durch Veranstalter_innen wie bspw. jene von CRS oder dem Münchner Backstage durch kulturrelativistische „Argumente“ verniedlicht wird, hat ein wie auch immer gearteter Dialog – schon gar nicht im Rahmen eines Festivals – keine Aussicht auf Erfolg.
Letztlich bleibt sich zu überlegen ob man es bspw. akzeptieren würde, dass eine rassistische Band auf dem selben Festival spielen würde, von dem man auch selbst gebucht wurde – freilich unter der Prämisse, dass diese Band sich vertraglich dazu verpflichtet bei diesem Auftritt keinerlei rassistische Songs zu spielen. Würde man mit einer solchen Band, mit dem Argument des Dialogs, auf einer Bühne stehen wollen? Und falls nein, weshalb setzt man dann gerade beim Thema Homophobie so massiv andere Maßstäbe? (Sollte die Frage wider erwarten mit „Ja“ beantwortet werden, müsste ich mich auf jeden Fall dem_der Autor_in des Artikels anschließen und auf immer mehr werdende Fragezeichen verweisen)
LG,
cb.
http://www.queer.de/detail.php?article_id=12544
Und dafür, wie dann der „Dialog“ geführt wird:
http://medium.blogsport.de/2010/02/20/eine-oeffentliche-entschuldigung/
ich finde die fixe Stellungnahme von M&N gut!
cb hat ja nicht unrecht mit seiner Sicht auf Sizzla.
aber warum M&N dabei im Kreuzfeuer landen, kann ich nicht verstehe, denn sie zeigen sich regelmäßig gegen Homophobie zeigen und sprechen sich dagegen aus.
das M&N keinen Einfluss auf andere Artists auf Festivals haben dürfte ja klar sein. Das sie eine Meinung dazu haben auch. – In ihrer Stellungnahme ist davon zu lesen.
ein Boykott kann man machen. muss man aber auch nicht.
ich denke nicht, das man das verlangen kann. vor allem nicht von Künstlern, die sich so für das miteinander einsetzen. – da würde ich dann doch auch meinen, das es mehr Sinn macht, sich an andere Adressen als Mono & Nikitaman zu wenden.
kim
> aber warum M&N dabei im Kreuzfeuer landen, kann ich nicht
> verstehe, denn sie zeigen sich regelmäßig gegen Homophobie
> zeigen und sprechen sich dagegen aus.
Mir persönlich geht es nicht um Kreuzfeuer. Es geht darum, dass gerade weil M&N für diese Thematik ein Bewusstsein mit sich bringen und dieses ja auch offen nach außen vertreten, ich mir hier eine klare Konsequenz und somit ein deutlicheres praktisches Statement wünschen würde.
Ich selbst habe jahrelang in Bands gespielt und es war dabei immer klar, dass aufgrund deren Bookings in gewissen Locations (wie z.B. dem Backstage) nicht aufgetreten wird und es ist auch vorgekommen, dass bereits zugesagte Gigs aufgrund des Bookings anderer, für uns inhaltlich nicht hinnehmbarer Bands wieder gecancelt wurden.
Ein positives aktuelles Beispiel ist da Frittenbude. Die haben ihren Gig am Donnerstag auf dem Minirock Festival aufgrund des grob sexistischen Publikums abgebrochen, nachdem dieses ein auf die Bühne geholtes Mädel zum „Ausziehen!“ gedrängt hatte. Von den massenhaft existierenden Bands mit fehlendem antisexistischen Bewusstsein kann ich leider nicht großartig erwarten, dass sie auf derartige Sprüche reagieren – umso wichtiger finde ich deshalb aber, dass von Bands mit entsprechendem Bewusstsein genau solche Konsequenzen gezogen werden.
Analog dazu – auch wenn es hier erstmal um andere auftretende Acts und erstmal nur zweitrangig um das Publikum geht – fände ich eine entsprechende Konsequenz von M&N ebenfalls wünschenswert und angebracht, zumal sich ja zusätzlich auch noch der Veranstalter mit jedem Mal, bei dem er diesbezüglich das Maul aufmacht, bis ins Mark durch seine Aussagen diskreditiert. Vielleicht ist mir aber einfach auch nur völlig schleierhaft wie man auf Gigs unter solchen Voraussetzungen überhaupt Bock haben kann.
vielleicht tust Du Mono & Nikitaman einfach unrecht?
ich bin mir sicher, das M&N sich weiter zum Thema äussern und sie heissen es ja nun auch keinesfalls gut, das Sizzla dort ebenfalls spielt. Ich bin sicher, das sie auch weiter darauf reagieren.
das Beispiel von Frittenbude find ich gut! – Es passt nur nicht zum Fall, denn hier geht es um eine Reaktion auf das Publikum.
das Du in Deinen Bands auch Location gemieden hast wo schon mal der Teufel gespielt hat find ich auch gut!
allerdings ist das dann die Frage: entweder boykottieren oder trotzdem auftreten, sich zeigen, obwohl jeder weiss, das man anderer Meinung ist (!) und die dann auch vertreten.
warte doch ab, was sie machen. Einfordern kannst Du eine Konsequenz jedenfalls nicht von M&N denke ich. Anregen schon, insbesondere auch weitere Publikumsaktionen. Für letzters gibt es auch gute Möglichkeiten.
Ich weiß jetzt nicht, ob du dich damit auf cb. oder auf mich beziehst.
Aber egal wie, wie soll es denn möglich sein mit einer solidarisch formulierten Kritik Leuten unrecht zu tun.
Es ist doch eindeutig, dass hier z.B. kein Mensch mehr auf dem Beitrag zu dem Sampler rumhackt, weil dort das Statement von M&N eindeutig und voll okay ist.
Auch auf die Features wurde nicht mehr Groß bezug genommen.
Kern der Diskussion ist und sollte auch meines Erachtens die Frage nach einem Umgang mit (potentiellen) Auftritten homophober Artists & Bands sein.
Und es steht zur Frage, ob sich bestimmte Reaktionen auch von M&N einfordern lassen.
Und ich denke, dass ist auch möglich. Es geht – hier insbes. für Konzertveranstalter_innen und teilnehmende Bands/Artists – nicht darum, sich einer Form von „Dialog“ zu verweigern, sondern darum, sich klar und deutlich gegen Homophobie, Sexismus, etc zu positionieren.
Und das ist meines Erachtens nicht möglich, indem wie beim CRS nur darauf bestanden wird, das benannte Artists/Bands nicht mehr ihre homophoben Scheißsongs spielen, sondern nur andere Tracks.
Ein klares Statement wäre hier „Keine Bühne homophobe & sexistische Künster!“ und dann wenn ihrerseits Interesse besteht kann dann auch gerne der Dialog gesucht werden.
Ansonsten ist das Signal nur, dass halt im prüden Deutschland ein paar bestimmte Songs nicht gespielt werden sollen, aber das ein spezifisch deutsches Problem sei, und ansonsten ist ja mit der homophobie alles okay.
Oder, um mal nen anderen Vergleich aufzuziehen:
Welche Band würde auf einem Festival vor Landser oder Störkraft auftreten, solang die nur versprechen, nur ihre nicht NS-verherrlichenden Songs zu spielen?
Schöner Kommentar zur Sizzla-Situation:
http://www.stevenmilverton.com/2010/08/07/blockadepolitik-am-chiemsee/
hi,
ersmal ist ja homophobie ein rein menschliches phänomen.
die tierwelt hat ja noch nie ein problem mit homosexualität gehabt. erst das eingreifen gewisser institutionen wie staatsmächte oder so genannter glaubensrichtungen hat die homophobie unter menschen erst möglich gemacht. die entfremdung der menschen von ihren natürlichen belangen ist ein seit jahrtausenden gewollter prozess, um die menschen besser kontrollieren zu können. das beschäftigen mit nicht wirklich vorhandenen problemen lenkt uns dabei nur von den eigentlichen zielen und problemen ab. die spaltung, die dadurch eingetreten ist, wird nicht einfach rückgänig zu machen sein. es wird ein langwieriger prozess, der vor allem über die bildung getragen werden muss. denn die alten lassen ihre meinung nicht mehr ändern. aber ihre meinung stirbt. die jugend dagegen hat noch die chance anders zu denken und in der zukunft einiges zu ändern.
und ihr meckert hier rum wegen sizzla und co, wahrend drüben in jamaika eure brüder und schwestern verfolgt und gejagt werden?
setzt ihr nicht die falschen prioritäten? da sterben menschen durch lynchjustiz! nicht die äusserungen sind der skandal, sondern was so alles da drüben auf der insel passiert!!
denn auf einem schulhof kann ich mir genausoviel homophobes gelaber anhören. dagegen wird aber nichts unternommen!
diskutieren wir da nicht total am thema vorbei?
12.000 kinder gehen in jamaika nicht zur schule. keine bildung, keine emanzipatoriscvhe aufklärung. nur der müll, den sie auf der strasse aufsaugen!
es wird immer behauptet wir reggaefans und macher sollen endlich aufwachen!
als ob das nicht schon längst geschehen ist!
und als ob es nicht schon längst bewegung gibt.
und das interessante dabei ist, das wir uns nicht beschränken.
wir kämpfen für ein lebenswertes leben für jedermann.
ohne jemanden dabei bevorzugt zu behandeln.
den bevorzugen ist auch eine form von diskriminierung.
schaut euch bitte mal an was help! jamaika so für arbeit macht.
und was sollen m&n bitte noch alles tun?
macht doch mal konkrete vorschläge, die auch was bewegen!
ich sage: verweigerung solcher künstler! mache ich seit jahren, trotzdem wird weiter auf mir rumgehackt.
ich beziehe seit einiger zeit eindeutig stellung in vielen foren oder auch auf festivals, und bin dadurch auch öfters gewissen attacken ausgesetzt. ich darf mir auch richtig viel müll anhören. ich versuche den leuten das aufzuzeigen, zeige ihnen gegenbeweise, drehe ihre argumente gegen sie selber, zeige ihnen, wie wenig durchdacht ihre argumentation ist und vor allem: absolut haltlos!
fight homophobia, aber wie?
und warum greift ihr eure mitstreiter an?
genug künstler haben homophobie mittlerweile in ihr repertoire aufgenommen, wenn sie gegen menschenrechtsverletzungen wettern.
teilweise redet ihr mit den falschen leuten. die veranstalter sind doch meistens selber nur geldgeil. und zu alt um wirklich aufgeschlossen zu sein. immer diese wenns und abers, ich kanns nicht mehr hören. seid lieber froh das so viele künstler und auch einige fans auf eurer seite stehen und vollstes verständniss zeigen. denn homophobie ist leider auch in deutschland weit verbreitet.
ich sage euch einma was ich von einem aufruf zur gewalt vor allem gegen minderheiten aber auch allgemein halte:
Feige ist sowas!! sucht euch gerade die aus die sich nicht wehren können!!
eine frage hab ich noch: da ihr ja vollprofis seit auf diesem gebiet, könnt ihr mir bestimmt verraten, wie ich einen fundamentalistischen christen davon überzeuge, das homosexualität in ordnung geht.
ich bekomms nicht hin;) der ist einfach zu stur!!!
für einen offenen dialog mit offenen leuten!
Wie putzig: mit Menschenverachtern einen Dialog führen? Wozu? Um irgendeine Form der Annäherung zu erreichen? Und dann: Menschenverachtung, aber nur noch ein bißchen? Danke, nein. Mir kommt da viel mehr ein beabsichtigt herbeigeührter Nasenbeinbruch in den Sinn.
Irgendwo im fünftletzten Wort muss noch ein „f“ hinein, sagt mir eine innere Stimme…
hey john:
jo das mit den dialogen mit den jam. künstlern bringt nix, hab ich auch schon festgestellt.
aber was dann?
ich bin für bildung auf jamaika! massiver kritik an polizei, kirche und staat! den hier werden die rahmenbedingungen für die ganze scheisse geschaffen!
entkriminalisieren von homosexualität weltweit!
und vor allem: gewalt bringt nichts. gewalt erzeugt gegengewalt. aus diesem teufelskreich auszubrechen, ist der wahre erfolg. ich halte es lieber wie gandhi: passiver widerstand und ne menge gerede. sollen sie kämpfen, sollen sie lachen, sollen sie ignorieren, am ande werden wir gewinnen!
eine änderung von heute auf morgen ist leider nicht möglich.
sie hätte auch daher keinen sinn, weil die menschen nicht einfach mal eben umdenken würden.
Ja. Und?
Tiere haben da auch noch nie in Blogs drüber diskutiert.
Oh oh, Achtung fremdlenkung! Das riecht doch sehr nach Verschwörungsbullshit. Wer lenkt denn das? Und warum lassen sich die Menschen lenken? Und was sollen bitte die „eigentlichen Ziele und Probleme“ sein?
Ich brauch kein „eigentliches Problem“ um zu erkennen, dass homophobe Denk- und Handlungsmuster ein real existierendes Unterdrückungsverhältnis darstellen, dass bekämpft gehört und zwar dort wo sie entsteht, praktiziert und reprouziert wird, also bei den Menschen, die so denken, handeln und kommunizieren und nicht in irgendwelchen behaupteten dunklen Hinterzimmern wo die eigentlichen Drahtzieher oder Jooden oder sonstwer sitzt. Homophobie (bzw. Homonegativismus) ist eben genau wie Sexismus, Rassismus und Konsorten nicht einfach Mittel zum Zweck um die eigentlich grundguten Menschen zu Spalten und von ihren „eigentlichen Interessen“ abzulenken, sondern eine Struktur, die eben genau von alle diesen Menschen produziert und reprouziert werden.
Wenn es eine konkrete und mehr oder minder gezielte Spaltung einer als gut angenommenen Menschheit gibt, dann heißt das doch im Umkehrschluss, dass es irgendwann vor diese Spaltung eine gute Einheit gegeben hat, als alle Menschen glücklich zusammensaßen und gemeinsam Kuchen gebacken haben, oder wie?
Ein paar fragen:
1) Wer ist „ihr“? Die Betreiber_innen dieses Blogs? Die Menschen, die Aktionen zum CRS planen? Die Linken? Die schwule Lobby?
2) Wie und auf welcher Basis definierst du, wer „eure Brüder und Schwestern“ sind?
Das ist ja auch überhaupt nicht falsch, andere homophobe Scheiße anzugreifen und dagegen zu arbeiten. Aber es ist doch auch nicht falsch, einen Scheißhaufen zu bekämpfen, nur weil wo anders auch noch ein Riesenscheißhaufen liegt. Es ist doch utopisch anzunehmen, dass wir einen weg finden, die ganze Scheiße loszuwerden/zu überwinden (wer doch ne Idee hat, bitte melden!) und so lange ist es eigentlich m.E. auch Wurscht, ob Leute jetzt bei Scheißhaufen A oder Scheißhaufen B ansetzen, hauptsache es passiert überhaupt mal was.
Und genau das machst du danach.
Dazu einfach mal, auch wegen der „Brüder und Schwestern“, hier der Hinweis:
http://www.queer.de/detail.php?article_id=12544
Sich weiter mit der z.B. auch hier geäußerten Kritik auseinandersetzen. Am besten Konsequent eine Zusammenarbeit mit Bookern, Veranstaltern, etc, die homophoben Artists eine Bühne bieten verweigern und versuchen Druck auf diese auszuüben. Sich mit anderen Bands/Künstler_innen zusammentun und gemeinsam diesen Druck verstärken.
Das ganze weiterhin (und vielleicht stärker noch) auf der Bühne und beim eigenen Auftreten z.B. auf der eigenen Internetseite thematisieren.
Is doch super.
Das sollte nicht wirklich ein Angriff sein, sondern eher ein aufzeigen offener Fragen und eine konstruktive Kritik.
Ist doch toll, wenn Leute was machen, heißt doch aber nicht, dass da nicht auch am konkreten Vorgehen Kritik geübt werden kann.
Und warum konstruierst du permanent ein „ihr“?
Häh? Auf was oder wen beziehst du dich in welchem Kontext?
Ich bin kein Vollprofi und ich halte davon auch wenig.
Die Frage ist, macht es Sinn, bzw reicht es einen Fundi davon zu überzeugen, dass Homosexualität okay ist, oder was sind überhaupt die Grundvorraussetzungen für seine Fundipositionen und liegt da nicht der Fehler?
ich finde es richtigen Schwachsinn, das hier versucht wird Mono & Nikitaman zu unterstellen, sie würden sich nicht einsetzen oder von ihnen zu verlangen, wann und wo sie Musik machen sollen.
das geht doch völlig am Thema vorbei und zeigt nur die Hilflosigkeit, mit der hier argumentiert wird!
Ich fand das statement von M&N genau richtig und glaubwürdig, und im vergleich zu anderen reggaekünstlern finde ich, vertreten sie ihre meinung auch sehr klar und überzeugend (wirklich überhaupt nicht „wischi waschi“)
freu mich auf das konzert von M&N, und freu mich, Sizzla durch meine Abwesenheit abstrafen zu dürfen… ich hoffe viele tun es mir gleich!
Was ist der Sinn davon, hier Vorwürfe ohne Beleg zu posten, die zeigen, dass mensch sich wohl nicht/kaum die Mühe gemacht hat a) den Blogpost und b) die Kommentare zu lesen?
also zu thema tiere, vielleicht können sie ja bald mitdiskutieren!
denn die forschung kommt auch hier weiter. immer mehr sprachcodes von tieren werden entschlüsselt und offenbaren wundervolles!
warum ich ein „ihr“ konstruiere?
weil ich seit monaten als reggae fan versuche, mal mit jemanden von „euch“ kontakt aufzunehmen, aber auf meine mails nicht geantwortet und anscheinend jeder dialog verweigert.
(medium, du bist da jetzt ausgeschlossen!!!)
ich sehe den aktionismus gegen homophobie nicht mal kritisch und stehe voll auf eurer seite, will aber auch mitreden dürfen und nicht ausgeschlossen werden.
als antihomophober fan, der diese meinung auch nach aussen hin vertritt, habe ich hoffentlich auch ein recht dazu!
schliesslich muss ich dann auch eure aktionen verteidigen!
und ich hätte gerne mehr praktischen aktionismus. und bin offen für vorschläge, die wirklich was bewegen. aber die kommen nicht.
ich schlag dir jetzt mal ne aktion vor: ein internationaler videoblog, bei dem jeder der möchte stellung beziehen kann gegen jede form von menschenrechtsverletzung, volksverhetzung und unterdrückung.
diese videos sollten dann gesammelt an die richtigen stellen geschickt werden. man kann sie bei youtube mit entsprechenden menschenverachtenden videos verlinken. denn wenn wir anfangen, sowas zu diskutieren und gegen sowas handeln möchten, dürfen wir nicht bei der homophobie halt machen! und andere menschenrechtsgruppen könnten uns unterstützen genauso wie wir sie unterstützen könnten. kräfte wären vereint.
jo und weiter zu j-flag:
die haben sich mittlerweile gegen die auftrittsverbote ausgesprochen, da sie die situation auf jamaika unötig anheizen!
und ich möchte keinen angreifen und auch selber nicht angegriffen werden.
ich will hier auch keinem was vorwerfen, sondern nur ein wenig kritik üben. was ich vollkommen legitim finde.
zu dem kontext der gewaltaufrufe: da gibt es keinen kontext, es geht um gewaltaufrufe und gewalt im allgemeinen. oder kannst du mir sagen, wann gewaltaufrufe und gewalt berechtigt sind? steinigungen? beschneiden von frauen? völkermord? vergewaltigung? kindesmissbrauch? die liste ist unendlich lang.
weiter:
ich glaube nicht das die menschen immer homophob waren.
es gab eine zeit ohne religion, ohne gesetze, ohne einschränkungen. eine zeit, in der wir noch mehr tier als mensch waren. und ja vielleicht haben wir kuchen gebacken. oder uns die köpfe eingeschlagen!
dann kamen staatsmächte, religionen ect.
homophobie ist/wurde konstruiert, davon bin ich mittlerweile überzeugt. es gibt kein beispiel in der natur und auch keine logik, die homosexualität für unzulässig erklären.
genauso wie xenophobie (wer hat angst vorm schwarzen mann?).
Bildungseinrichtungen und kirche beinflussen menschen in diesen dingen von kindesbeinen an. denn durch angst des volkes kann man sehr einfach seine eigene machtposition stärken. schliesslich muss ja einer was gegen diese ängste unternehmen.
eltern geben diese gedanken weiter an ihre kinder und die prägung geht immer tiefer.
das ist vielleicht nicht mehr in deutschland der fall(ganz großes vielleicht!!!).
und wenn ich mich so umschaue wer sich querstellt, dann sehe ich vor allem die veranstalter und booking agenturen.
war es nich maak, der sich in berlin auf der podiumsdiskussion total daneben benommen hat?
die fans haben ein einsehen, zumindest der harte kern, den rest als reine (marihuana)konsumenten kann man eh vergessen, und die künstler stehen auch auf eurer seite. gerade die ganz kleinen künstler (jonny m mal als beispiel, http://www.myspace.com/jonny-m) thematisieren das sogar in eigens dafür produzierten songs.
die haben aber nicht die öffentlichkeit wie die oben kritisierten und werden schnell übersehen!
so einen hab ich noch:
menschen machen fehler. meistens aus unwissenheit.
wichtig ist dann: verzeihen, aber nicht vergessen!!
jeder hat ne 2te chance verdient! wer die verspielt, hat verloren!
daher: sizzla, du bist raus!
peace!
kleiner nachtrag:
ich habe jetzt antwort erhalten!!!
ein durchweg positives feedback.
ps: wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten!
Okay, das wird jetzt langsam themenfremd. Außerdem halte ich die hier und zuvor schon implizierte Gleichsetzung von Mensch und Tier falsch. Und eine solche Aussage über „die Forschung“ braucht schon mindestens einen Beleg.
Ich versteh dieses „ihr“ aber immer noch nicht. Ich bin erstmal nur ne Person die sich halt im Rahmen meines Blogs damit auseinander setzt. Weiter Thematisieren es Gruppen wie das rabatz-Bündnis oder die Grünen, wo zwar hier mit mal mehr, mal weniger ähnlichen Standpunkten zum selben Thema gearbeitet wird, aber da sehe ich weit mehr Menschen und Gruppen mit einem, äh, heterogenem Meinungsmix als dass eine konstruktion als monolithisches „ihr“ da Sinn machen würde. Da ist schon jede der Gruppen individueller anzusprechen und hier im Blog bin am Ende auch nur ich der Ansprechpartner.
Ist doch super. Und Vorschläge gibt’s doch schon. Z.B. sind hier in der Diskussion mehrfach Vorschläge an M&N gerichtet worden, wie sie sich dazu verhälten könnten. Es gab in den letzten Wochen diverse Vorträge und öffentliche Diskussionen sowohl vom rabatz als auch von den Grünen und während des CRS wird es meines Wissens nach eine Kundgebung in der Nähe des CRS geben.
Find ich ne nette Idee, allerdings hab ich dafür leider zu wenig Zeit und zu wenig technische Kenntnis, um die für sowas nötige technische Infrastruktur aufzubauen.
Außerdem bin ich jetzt persönlich nicht so der Fan von Videoblogs, weil meine Fresse schon von genug anderen Kameras im Alltag aufgezeichnet wird, als dass ich sie auch noch selbst weiter verbreiten wollte.
Aber wenn es Menschen gibt, die sich die Mühe machen wollen, sowas aufzuziehen, find ich das super und mach dann auch gerne Werbung dafür. Vielleicht findest du ja bei Stop Murder Music Menschen, die ein solches Projekt unterstützen wollen.
Hast du eine Quelle für diese Aussage?
In diesen Kontexten sind wir uns ja auch völlig einig. Aber ich habe deine Bemerkung im oberen Kommentar nicht verstanden. Hast du dich da auf die Äußerungen von Sizzla und Konsorten bezogen. Oder auf die z.B. im Forum des CRS herbeihalluzinierten Buttersäureanschläge auf den Sizzlaauftritt bezogen.
Die Staatsmächte und Religionen sind doch nicht einfach über uns gekommen, eingepflanzt von Aliens oder was weiß ich was wem. Das sind doch alles Mensch-Gemachte Strukturen.
Ich gebe dir Recht, was die wahrnehmbare Mehrheit der Veranstalter/Bookingagenturen angeht. Das war ja bei der Diskussion im Backstage nicht anders, wenn ich mir die Äußerungen des Backstage-Bookers und des deutschen TOK-Tourmanagers anschaue. Aber z.B. dort hat sich auch gezeigt, dass die Reaktion der „Fans“ einfach die ganze Bandbreite der Möglichkeiten ausnutzt, von Ignoranz über’s checken der Scheiße bis hin zu Leuten, die meinen Homosexualität als „Krankheit“ bezeichnen zu wollen.
häh???
hmm du musst nicht alles vertehen;)
ich war viel auf blogs unterwegs, die sich mit der thematik beschäftigen und wollte an die betreiber dieser blogs ne mail schicken, und habe ewig auf antwort gewartet. in der mail hab ich ein statement zu der ganzen thematik verfasst.
viele blogs lassen ja nichtmal kommentare zu, und die möglichkeit der stellungnahme sehr eingeschränkt.
daher war ich ein wenig „angesickt“ und habe jetzt alle betreiber in einen topf gepackt. ich denke das ist das konstruierte ihr was dir so aufstösst.
jo staatsmächte und co sind menschengemachte strukturen.
seh ich genauso.
und ich beziehe mich auch in dem kontext auf die leute, die zur gewalt aufrufen mit dem „euch“. ich meine keine spezielle situation oder aktion.
ansonsten scheinen wir ja einer meinung zu sein.
und das mit den fans, ja das habe ich auch schon öfter mitbekommen. wenn man(ich) als fan öffentlich, z.b. nach nem konzert homophobie thematisiert, wird man(ich) schnell massiv angegriffen. verbal mein ich jetzt.
naja, ich hab in dem zusammenhang noch einen vorschlag zu sizzla und konsorten:
villeicht sollten die sich mit „gleichgesinnten“ zusammentun.
wie wärs wenn sizzla nächstes jahr auf der nazi veranstaltung in gera auftritt? :D:D
aber jetzt mal im ernst: konfontriert solche leute mit der ns problematik. und redet nicht nur mit ihnen darüber, sondern zeigt ihnen was damals so abgegangen ist. geht mit ihnen ins kz, zeigt ihnen die museen in berlin und macht ihnen klar, warum wir keine hetze gegen menschen mehr dulden. dass wir die schnauze gestrichen voll von so einer scheisse haben.
ich denke, ich hab damit schon ein wenig erfolg gehabt.
Um’s mal mit Columbo zu sagen:
Eine Frage hätte ich noch. ;)
Hast du eine Quelle für das zurückrudern von J-Flag? Weil ich hab da echt gesucht und nix zu gefunden.
http://www.queer.de/detail.php?article_id=10457
Das sind aber 2 verschiedene Paar Schuhe. Das worauf sich der von dir Verlinkte, von 2009 stammende, Artikel bezieht ist ein Boykottaufruf gegen Jamaikanische Produkte (was in meinen Augen auch vor allem kulturalistischen Rassismus supported).
Damit ist niemandem geholfen und dementsprechend spricht sich J-Flag ja auch dagegen aus.
Das 2te ist halt das aktuelle Statement (http://www.queer.de/detail.php?article_id=12544) wo es konkret um die Verhinderung von Auftritten homophober Artists geht, was sie in der Form befürworten.
Diese beiden Positionen finde ich so korrekt differenziert, dürfen aber eben auch nicht miteinander vermischt werden, wie das irgendwo oben getan wurde.
jo, seh ich mittlerweile genauso. da war ich nicht aufmerksam genug.