Rassismus, Klassismus, Sexismus in der Intersektionalität

Die Leute sollen sich nicht mehr nur, wie einst, „die Haare schneiden und rasieren“, wie Kurt Beck einst einem Hartz-IV-Empfänger als Tipp für die Arbeitssuche mit auf den Weg gab, nein, sie sind inzwischen selbst das Problem, dass sich „auswachsen“ soll, wie Sarrazin und Heinsohn es nennen.
Das meint, es geht um Eugenik. Der hegemoniale Integrationsdiskurs richtet sich nicht nur gegen ausländische Unangepasstheit an teutonische Sitten und Bräuche. Er ist auf die soziale Disziplinierung der Gesamtgesellschaft gerichtet. Der soziale Inhalt der Integrationsdebatte erschließt sich nicht zuletzt aus der von Sarrazin vorgenommenen Identifizierung von muslimischen Migranten und Unterschichten. Dass mangelnder Anpassungswille mit dem Verlust sozialer Rechte bestraft werden kann und soll, dass diese Forderung bereits, man muss sagen: wieder, kursiert, ist eine Gefahr, die nicht nur integrationsunwilligen Ausländern, sondern perspektivisch uns allen droht.

Spannendes Interview mit dem Soziologen Andreas Kemper

Das Fazit am Schluss kommt dann imho recht plötzlich und wird nicht so ganz schlüssig hergeleitet.
Aber auf jeden Fall auf vielen grundsätzlichen Ebenen ein paar spanndende Denkanstöße.