In den nächsten 4 Monaten finden in München diverse Vorträge und Diskussionen im Rahmen der Veranstaltungsreihe Protest in München seit 1945 statt.

In der Projektbeschreibung heißt es zu der Reihe:
„Meine Damen und Herren, bitte nehmen Sie doch Vernunft an…“
rief Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel durch ein Megafon, als 1962 auf der Leopoldstraße die Schwabinger Krawalle stattfanden. Dieser Satz war ursprünglich als Titel der Veranstaltungsreihe PROTEST IN MÜNCHEN SEIT 1945 geplant, weil er so schön das Münchner Verhältnis zum öffentlichen Widerstand verdeutlicht.
Obwohl in der bayerischen Landeshauptstadt stets Ruhe als höchste Bürgerpflicht galt, gab es in München immer wieder heftige Proteste, und sie ins öffentliche Gedächtnis zurückzurufen, ist unser Ziel.
Unabhängig davon, aber thematisch doch sehr passend findet Freitag kommende Woche (8. April) die 5-Jährige Jubliäumsfeier des Antifacafés im Kafe Marat statt. Bevor jedoch mit sicherlich viel Alkohol und Musik von Kai Kani, Peter Shlomsen und Feenstaubinferno die Party abgeht gibt es noch einen Vortrag unter dem Motto Wir erzählen unsere Geschichte/n selbst.
Geschichten erzählen ist wichtig: Denn solange die herrschenden Verhältnisse, die Macht haben, die Geschichte so zu schreiben, wie sie sie haben wollen, müssen wir alle mit unseren Erzählungen dagegenhalten! Dabei ist das Erzählen keine Einbahnstraße, denn das Zuhören gehört da auch dazu – in diesem Sinne adelante!
Europa werde „sowjetunionisiert“, „multikulturalisiert“, er bekenne sich deshalb zum „Europa der Vaterländer“ um die „kulturellen Verschiedenheiten“ zu bewahren. „Wir werden vernichtet“ ruft er in den Saal und vergleicht im selben Atemzug die Bayern mit den „Indianern in Nordamerika“ und spricht von dem Vorrecht derer, „die zuerst da waren“. Dafür bekommt er zwischendrin immer wieder wohlwollenden Szeneapplaus und „Jawohl“ Rufe aus dem Publikum. In diesem Tonfall geht seine gesamte Rede.
randale&liebe: „Wir werden vernichtet“ – Gauweiler und Sarrazin in Holzkirchen
Mehr davon gibt’s bei Kim Funk
gefunden bei Allophilia
Die Psychologin und Journalistin Susan Pinker geht der Frage der Geschlechterunterschiede nach und vertritt die These, dass die Geschlechter in Biologie, Entwicklung und Interessen von Anfang an verschieden sind. Ihr provokanter Ansatz lautet: Frauen, die ihre eigenen Neigungen, Fähigkeiten und Optionen ausleben, sind keine Mängelwesen, auch wenn ihre Entscheidungen anders aussehen als die von Männern. Vorzug einer postfeministischen Gesellschaft sei es vielmehr, den eigenen Neigungen zu folgen, anstatt tun zu müssen, was andere für passend halten. Das Buch plädiert dafür, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern anzuerkennen, um die Motive und Entscheidungen von Frauen – und Männern – zu verstehen.
Jetzt im Kanon der Bundeszentrale für Politische Bildung
Was mir in all den Debatten, nicht nur den aktuellen, auch sonst, wenn wir über Rassismus, Sexismus, Homophobie zu berichten wissen, auffällt, ist folgendes Schema: Jemensch beschwert sich über den Mist, der passiert, andere wiederum tun das als individualisiertes Problem ab, negieren Erfahrungen, negieren dieses Problem als Repräsentation für ein strukturelles Gefüge, das uns alle irgendwie einen Platz zuweist, von dem aus wir eingeschränkt werden, was die Schlagkräftigkeit der Argumente betrifft.
Wer gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisiert, muss sich fragen lassen, warum er_sie unbequem ist oder nicht vielleicht überzogen reagiert oder es einfach nicht das versteht, worum es eigentlich geht (wobei letzteres selten ausgeführt wird).
Den ganzen Text gibt’s bei Medienelite