Archiv für April 2011

Bayrische Zustände

in berg am laim. hier nimmt man vorsichtshalber 6 (sechs!) usk-beamten für einen blinden und dessen behinderten sohn mit. weil man um die einschränkungen der personen ja weiß, braucht man auch nicht große reden schwingen, sondern kann gleich die wohnung stürmen. wenn der sohn dann, weil er die situation nicht versteht und sich bedroht fühlt, versucht, einen beamten mit einer computermaus zu bewerfen, kann man beide zu boden knüppeln. dann ist wider ruhe im gau. sollte es jemand wagen, sich darüber zu beschweren, dass er nachts zusammengeschlagen wird, steht die münchner staatsanwaltschaft bereit, die ermittlungen gegen beamten grundsätzlich einstellt. rechtfertigung von innenminister hermann: es habe anhaltspunkte gegeben, dass sich in der wohnung eine verletzte person befunden habe und die polizei von einer „gefahr für leib und leben“ ausgehen musste. verletzte gibts meistens, wenn das usk auftaucht, ebenso gefähr für leib und leben, allerdings nicht vorher, sondern währenddessen und danach.

grand hotel absturz: usk – unkontrollierbares schlägerkommando

Verstanden, wie’s läuft

„Wenn du im Block stehst“, sagt er, „ist alles um dich herum, alles außer dem schwarzen Block, dein Feind.“Die meisten Leute, die Schulter an Schulter mit ihm im schwarzen Block kämpften, kannte Dennis P. nicht. Man sah sich erst kurz vor den Demos in den Fahrgemeinschaften im Kleinlaster. „Da war echt alles dabei“, erzählt Dennis. „Von Angestellten bis zu Arbeitslosen, Handwerkern und Schülern.“ Anfangs kämpften auch viele Frauen mit, zu Dennis‘ Erstaunen. „Die Mädels erkannte man meist erst hinterher, weil sie ihre Haare zum Zopf gebunden und unter der Kapuze versteckt hatten.“ Die meisten von ihnen waren mit den Jungs liiert, die in den Antifa-Gruppen das Sagen hatten.Viele Gefährten aus dem schwarzen Block sah Dennis P. nie außerhalb der Demos. „Das war aber nicht schlimm“, sagt er. „Wenn du losmarschierst, bist du trotzdem mit denen eine Einheit. Wie Brüder, man zieht den anderen raus, man hilft sich. Wenn einer losstürmt, stürmen alle anderen mit.“Einige Antifa-Kollegen lud Dennis P. schon mal zu sich nach Hause ein. Doch der Kontakt blieb stets lose, auf Feiern, Kiffen und Diskutieren beschränkt. Letzteres allerdings am wenigsten: „Es gibt einfach zu viele Leute in der Szene, die im schwarzen Block mitlaufen, aber allen Ernstes nicht wissen, wer Karl Marx war“, sagt Dennis. „Für die war Idealismus gar nicht wichtig, mehr die Sucht nach Adrenalin und Gewalt.“
[…]
Ein bisschen vorsichtig sein muss Dennis aber immer noch. Die Szene ist voller Paranoider, die überall Polizei, Staatsschutz oder „Fascho-Spitzel“ sehen. Sogar auf Flugblättern für Demonstrationen wird zu höchster Geheimhaltung aufgerufen. Und selbst die eignen Mitglieder, wie Dennis P., haben immer und überall nur so viele Information wie unbedingt nötig ist. Das hilft den Anführern der Gruppen auch dabei, ihre privilegierte Stellung als Drahtzieher zu verteidigen.

Danke für die Erleuchtung, liebe BZ

Der traurige Beweis: Das Imperium war patriarchal


via Kraftfuttermischwerk

Ich hab so Angst!


via eye said it before

Das hätte ihr wohl gerne. Is’ nich’.

Gerade in diesem ach so vollends aufgeklärten Deutschland, das sich als postpatriachal, postrassistisch und posthomophob behauptet, haben sich manche Mechanismen lediglich verfeinert, die Diskreditierung, Abwertung, Statuszuweisung, gleichzeitige Unsichtbarmachung und Verzerrung der Sichtbarkeit im Sinne des weiß-heterosexuell-männlichen Blicks regeln.

Um so unsinniger diese sich aktuell allerorts auf der Linken auzufindende Machterhaltungsmethode, die Solidarität mit den Devianten sei doch angesichts einer notwendigen Umwälzung der ökonomischen Verhältnisse allenfalls zweitrangig zu behandeln. Das hätte ihr wohl gerne. Is’ nich’.

Metalust & Subdiskurse Reloaded: Stefan Niggemeier bringt es auf den Punkt

Die bösen Autonomen und ihre Drahtzieher

So funktioniert die linksextreme Mafia […] Doch sympathisiert die Politik ernsthaft mit Linksradikalen? Wer finanziert die Autonomen? Wer sind die wichtigsten Köpfe? Lesen Sie alles dazu in den sieben weiteren Folgen der Serie.

Nazimahnwache 25.4.

Gegen die Nazimahnwache am Ostermontag wird inzwischen auch mobilisiert.

Münchner Naziszene im Aufwind?

Nachdem es nach einigen Kloppereien zwischen Nazis verschiedener Gruppierungen (in deren Folge dann Phillip Hasselbach in den Knast musste) in den letzten Monaten in München relativ ruhig wurde, scheint es nun so, als würden sich die Münchner Nazis untereinander langsam aussöhnen. Einer der Hauptgründe dafür dürfte die Rückkehr von Martin Wiese sein.
Zu dem, was um ihn herum gerade passiert gibt’s nen relativ langen Text beim a.i.d.a.-Archiv.

Gestern nun kündigte das Freie Netz Süd nun kurzfristig für Sonntag (17. April) eine Kundgebung auf dem Marienplatz in Freising an (ab 15.30 Uhr).

Außerdem soll es am Ostermontag (25. April) laut a.i.d.a. mal wieder eine Mahnwache für den Pyromanen Reinhold Elstner auf dem Münchner Marienplatz geben.

Hände weg von Libyen?

Eines der folgenden Zitate ist von der SDAJ München, eines von der Kameradschaft München. Nur welches von wem ist, hab ich vergessen.

Während die Luftschläge anhalten, gibt es bereits das erste Gerangel bei der NATO, wer in Libyen künftig das Sagen haben soll. Unter der Hand werden hier wohl schon Besatzungszonen aufgeteilt und vor allem der Zugriff auf die libyschen Ölvorkommen geregelt. Für uns ist Libyen deshalb ein weiteres klassisches Beispiel eines imperialistischen Krieges. Die USA und ihre Verbündeten haben hier kein anderes Ziel, als bereits im Irak. Sie wollen ihren Einfluss ausweiten und die Ressourcen Libyens in ihre Gewalt bringen.
Sicherlich war Gaddafi kein Musterschüler und sicherlich war er in Libyen Diktator. Allerdings sind das bei weitem keine Gründe, um ein freies Land anzugreifen. Zahlreiche Staaten in Afrika und den arabischen Ländern werden von Diktatoren beherrscht. Viele von diesen sind schlimmer als Gaddafi. Trotzdem unterhält die westliche Wertegemeinschaft zu ihnen beste Beziehungen und unterstützt Sie mit Geld und Waffen.
Gaddafis Fehler war also nicht ein Diktator zu sein. Sein Fehler war, sich nicht bedingungslos den westlichen Interessen unterzuordnen.
[…]
Für uns heißt es jedenfalls weiterhin:

Hände weg von Libyen!
Imperialismus bekämpfen. Jetzt und Überall!

Seit 19.3. bombardieren Frankreich, Großbritannien und die USA mit Kampfflugzeugen und Tomahawk-Marschflugköِrpern Tripolis und andere Städte Libyens. Spezialkommandos des CIA und des britischen Geheimdienstes MI6 operieren schon seit Wochen in Libyen, um gegnerische Ziele zu markieren.
[…]
Jetzt werden die Menschen, die sich berechtigterweise gegen die Willkürherrschaft Gaddafis auflehnen, erneut für die Machtansprüche der USA und der EU-Staaten missbraucht.
Dem Westen geht es auch im Libyen Konflikt ganz und gar nicht um demokratische Rechte, sondern um die Sicherung seines Einflusses in Nordafrika und um den Zugriff auf die Öl- und Gasressourcen des Landes. Libyen verfügt über die größten Öl-Reserven Afrikas und 70 Prozent seiner Öl- und Gasexporte gehen in die EU.
[…]
Die neuen Bündnispartner des Westens, die Führungsmitglieder der Gegenregierung kommen vorwiegend aus dem Funktionärs- und Militärsapparat des Gaddafi-Regimes, wo sie versucht haben, die Privatisierung der staatlich gelenkten Wirtschaft voranzutreiben. Als Experten neoliberaler Wirtschaftspolitik werden sie – zum Nachteil der Bevölkerung – das Land den westlichen Konzerne ausliefern.

Viele Aufrufe

In München schmeißt „die Szene“ gerade mit haufenweise Aufrufen um sich:

Mann wird ja wohl nochmal sagen dürfen…

Kommunisten = Nazis = Femininisten???

Nach dem internationalen (= roten) Sozialismus kam der Nationalsozialismus und darauf folgte der Frauensozialismus. Der rote Sozialismus wollte die Familie abschaffen, verstaatlichte die Erziehung und integrierte die Frau den Männern gleich im Arbeitsprozess. Der Nationalsozialismus schaltete die Familie gleich (HJ, BDM), ersann den heute noch in Deutschland wirksamen Mutterkult und schuf die Jugendämter in ihrer Machtfülle, die diese heute noch haben. Der Frauensozialismus heutzutage bringt die Verstaatlichung der Familie mittels Kinderkrippen und Ganztagsschulen auch in der BRD zuwege, während man dieses in der ehemaligen Sowjetunion wieder rückgängig machte, erfand die Alleinerziehende als neues Familienideal und etablierte dazu Frauenquoten und Frauenförderung.

Auf der Website, wo das herstammt wird dann auch gleich gedroht:

Eine Tagung in Deutschland soll das Thema Feminismus und die Notwendigkeit seiner Abschaffung in Deutschland auf die Agenda setzen.
Die Tagung soll innerhalb eines Jahres in Deutschland stattfinden.

via telepolis

NACHTRAG:
Die sind noch viel schlimmer, als es auf den ersten Blick aussieht:

Frauenhäuser sind rechtsfreie Räume und pflegen die Opferkultur der Frauen. An die Öffentlichkeit dringt davon jedoch kaum etwas. Die Öffentlichkeit bekommt über Frauenhäuser nur das zu wissen, was den Frauenhausbetreiberinnen genehm ist. Es ist Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen.

Zu diesem Zweck hat die Interessengemeinschaft Antifeminismus Deutschland verdeckte Ermittler beauftragt, um knallharte Fakten aus den Hochburgen des Feminismus zu ermitteln. Wir haben sie auf je ein Frauenhaus in Köln und in Hamburg angesetzt. Sie werden schonungslos die intimen Kenntnisse über das Innenleben der Frauenhäuser aufklären. Fotos von innen und von außen, dazu die detaillierte Porträtierung der Frauenhausmitarbeiterinnen wurden uns zugesagt.

Für die Einebnung Bad Reichenhalls!

Bad Reichenhall ist ein Ort der symbolisch für die widerliche geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz steht. Hier wurde noch 1969 zur Glorifizierung dieses Angriffskriegs die sogenannte „Kretabrücke“ eingeweiht. An dieser Brücke findet jährlich rund um den 20.Mai1 eine Gedenkfeier zu „Ehren“ der beim Kampf um Kreta gefallenen „Reichenhaller Gebirgsjäger“ und in Gedenken an dem Bombenangriff auf die Stadt Reichenhall statt. So wird das gesellschaftliche Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus in die Vergessenheit gedrängt und die Täter_innen zu Opfern und Held_innen verklärt.
[…]
Noch heute ist die Taditionspflege der Bundeswehr in großen Teilen ungebrochen. Dies macht sich nicht nur an deren Beiteiligung am „Kreta-Gedenken“ bemerkbar sondern auch dadurch, dass die Bundeswehrkaserne in Bad-Reichenhall nach dem Nazigeneral „Rudolf Konrad“ benannt ist. Konrad bekannte angesichts der verbrechen der Deutschenwehrmacht und SS: „Dem Führer gehört unsere ganze Hingabe.“ In dem vom nationalsozialistischen Vernichtungswahn getriebenen Feldzug hat Konrad auf der Krim „ganze Ortschaften südlich der Linie Karassubasar-Suja samt Zivilisten in Grund und Boden bombadieren lassen“7

Als Dekoration der von den Nazis erbauten General Konrad Kaserne prangt ein einige Meter großes nationalsozialistisches Wandgemälde, direkt über dem Haupteingang. Direkt daneben hängt ein steinerner Reichsadler an der Fassade, bei dem lediglich das Hakenkreuz durch ein Edelweiß ersetzt wurde.
[…]
An dem geschichtsrevisionitischen „Kreta-Gedenken“ der “Selbsthilfegruppe von Kriegsverbrechern”, dem Kameradenkreis der Gebirgstruppe, nimmt neben Vertreter_innen der Bundeswehr auch der Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall teil.
[…]
In einer Stadt, in der Vorträge zum Thema Antisemitismus im örtlichen Haus der Jugend untersagt werden und sich der Schulrektor nicht einmal entschuldigt, wenn als „Panne“ bei einem Festakt zur „deutsch-französischen Freundschaft“ „Deutschland, Deutschland über alles“ aus den Lautsprechen tönt, erregt das rechte Treiben nur in Ausnahmefällen Aufsehen. Zum Beispiel als 1999 ein Jugendlicher, dessen Zimmer voll mit NS-Devotionalien war, Amok lief und vier Menschen und sich selbst erschoss. Als am 20./21. Oktober 2007 das Bundestreffen der nazistischen „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ in Bad Reichenhall statt fand gab es jedoch keine Proteste. Genauso wenig gibt es Widerstand, wenn Neonazis in Bad Reichenhall Kundgebungen und Horst Wessel-Feiern organisieren oder sich die NPD zum monatlichen Stammtisch (z.T. Mit NPD-Größen wie Holger Apfel) im lokalen Gasthaus trifft. Die seit Jahrzehnten stattfindende jährlichen SS-Gedenkfeier (am 08.Mai in Karlstein/Bad Reichenhall zu Ehren der SS-Division “Charlemagne“) wurde erst 2006 in den Medien kritisch beachtet, als bei Polizeikontrollen neben Hakenkreuzfahnen auch Sprengmittel, Pistolen, Rauchbomben und andere Waffenteile bei den ca. 130 anwesenden Alt- und Neonazis (u.a. aus Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark) beschlagnahmt wurden. Trotzdem können sich Alt- und Neonazis weiterhin ungestört treffen. Während am 08.05.2010 in München tausende Menschen ein Neonaziaufmarsch durch Blockaden verhindert, konnte am selben Tag in Bad Reichenhall ungestört das neonazistisches SS-Gedenken stattfinden und wir befürchte dies auch für 2011.

Poster