Die antisemitische Freiheit

Insbesondere, nachdem weite Teile der Proteste gegen „Die Freiheit“ in Stuttgart massiv Antiimpig und/oder auch offensichtlich antisemitisch geprägt waren, generiert sich „Die Freiheit“ gerade gerne als Freund Israels. Dass es damit nicht allzuweit her ist, zeigt ein umfangreicher Bericht des a.i.d.a.-Archivs von der bayrischen Landesverbandsgründungsveranstaltung in Unterhaching. Das Archiv dokumentiert ein Gedicht, geschrieben und vorgetragen vom „Stargast“ des Tages Oskar Freysinger (SVP), dass in den selbstbeweihräuchernden DF-Berichten so nicht auftaucht:

Die Grenze störte ihn nicht sehr,
denn da war keine Grenze mehr.
Ihn kümmerte, ganz ohne Geiz,
der liebe Wohlstand in der Schweiz.
Da konnte man Geschäfte machen
Und sich dabei ins Fäustchen lachen,
denn war man mal im Lande drin
war jedes Risiko dahin.
[…]
Was soll die Freiheit in der Ferne,
im Schweizer Knast bleibt jeder gerne,
da wird viel Koscheres serviert
und jede Herkunft respektiert.
[…]

Ob das Verschweigen dieses Gedichts durch DF jetzt allerdings am Antisemitismus lag oder am mangelndem dichterischem Talent oder am merkwürdigen Aussehen des Referenten, das blieb offen.