Bullen an sich

Sitzblockierer, die von schweren Stiefeln blutiggetreten werden; Jugendliche, die sich vor Tränengas heulend am Boden krümmen; alte Damen, die von gepanzerten Robocops im Vollsprint niedergetrampelt werden, weil sie zufällig einer Verfolgung im Wege stehen – all das kann man erleben, wenn der Staat bei sogenannten „Großlagen“ das Recht durchsetzt. Weil man hierzulande in der Vorstellung aufwächst, eine derartige Polizei-Brutalität gäbe es nur in Diktaturen (und vielleicht noch in den USA), verfallen Unvorbereitete häufig in eine regelrechte Schockstarre, wenn sie zum ersten Mal mit solchen Gewaltexzessen konfrontiert sind. Doch mit Diktatur oder gar mit Faschismus hat das Verhalten der Beamten nichts zu tun. Sie handeln durchaus im Rahmen des Rechts, und ihre Handlungen sind von Gesetzen gedeckt – nur wird in ihnen eben jenes Gesicht des Rechtsstaat deutlich, von dem Spiegelautorinnen und Sozialkundelehrer in der Regel nichts wissen (wollen).

Weltkritik: „Ich bin die Exekutive!“ – oder: Sind Polizisten auch nur Menschen? Ein paar Gedanken zur Staatsgewalt