Der Charme Münchens

Die Szene zieht weiter, die Glockenbachmamas bleiben endlich unter sich: Das Trendviertel ist natürlich die Schwanthalerhöhe, das weiß doch sogar schon die „New York Times“. Junge Modelabels finden noch bezahlbare Ladenflächen; Cafés von hip bis schnucklig, echte Nachbarschaftswirtshäuser mit Kegelbahn und einer der besten Asiaten der Stadt bilden die Infrastruktur. Aus den Fenstern kann man Alt- und Ultralinke beim Kampf gegen die Windmühlenflügel der Gentrifizierung beobachten.

In Hamburg und Berlin brennen jede Nacht ein Dutzend dicke Autos. In München ein unbekanntes Delikt, dabei hätten wir hier genug Bonzenschleudern, um die Stadt dauerhaft unter einer dicken Qualmwolke verschwinden zu lassen. Das ist die liberalitas bavariae: Wenn wir vielleicht auch neidisch und intolerant sind, wir lassen es uns nicht anmerken.

Münchner Nächte sind kurz, nach eins brummen eigentlich nur noch die Clubs. Kunststück, ihr faulen Berliner – am nächsten Morgen müssen schließlich wieder alle arbeiten. Ausgefeilte Abendplanung ist also unerlässlich, Korrekturen sind kaum noch möglich.

Warum macht der Städtetipp vom Abi-Bild diese Stadt eigentlich noch unsympatischer als sie eh schon ist?