Deutscher Alltag

Und trotzdem hat Alberto, der 2008 vom Bund als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet wurde, Schwedt jetzt verlassen. Als im März, bei einem Fußballspiel seines 17-jährigen Sohnes, ein Gegenspieler ihn als „Negersau“ beschimpfte und drohte, „ich schlag dich tot“, war Schluss. Alberto zog vor wenigen Tagen nach Karlsruhe. In Schwedt suchte er seit Jahren erfolglos einen Job – und bekam Ehrenämter: Ausländerbeauftragter, Jugendclub-Leiter, Fußballtrainer. In Karlsruhe arbeitet er jetzt in einem Kindergarten.

Der Wegzug des einzigen schwarzen Ausländerbeauftragten Brandenburgs – er hat Schwedt eine heftige Rassismus-Debatte eingebrockt. Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) gibt sich zerknirscht. Er wolle rassistische Vorfälle in Schwedt gar nicht verschweigen. „Aber wir haben immer hinter Herrn Alberto gestanden.“ Polzehl erzählt vom Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit, von einer „toleranten Stadt“ – auch gegenüber der „handvoll Leute mit dunkler Hautfarbe“. Albertos Vorwürfe seien „ein bisschen überspitzt“, „nicht nachvollziehbar“.

taz: Der Kämpfer gibt nach 21 Jahren auf
via anders deutsch