für die persönliche Entwicklung weißer Helden

Mississippi Burning ist längst zu einem Modellfall, zu einem oft zitierten Referenzwerk für politisch liberale, humanistisch und progressiv gestimmte Hollywoodfilme geworden. Deren Bemühung um eine Dramatisierung der mißlichen Position sozial benachteiligter Minoritäten krankt aber häufig daran, daß sie aus (oft kommerziellen Beweggründen) nicht anders können, als von weißen Protagonisten zu erzählen, die angesichts der Ungerechtigkeit, die andere Ethnien erfahren, Schuldgefühle entwickeln und sich im Laufe des Films zur Rettung derselben durchringen müssen. Die Minderheitengruppen selbst bleiben passive, verängstigte Opferfiguren, die nicht mehr zu tun haben, als auf die Erlösung von bösen weißen Männern durch gute weiße Männer zu warten. Ihre eindimensionale Figurenzeichnung als unfreiwillige Märtyrer, spirituelle Unschuldslämmer und Auslöser für die persönliche Entwicklung weißer Helden prangerten nicht wenige Historiker und Kritiker schon bei Richard Attenboroughs Segregationsdrama Schrei nach Freiheit aus dem Vorjahr an.

Schnitt: Whitewash