Archiv für Juli 2011

Kameraüberwachung historisch

1912 kaufte sich Scotland Yard zum ersten mal eine Kamera, um damit Leute zu überwachen und abzufotografieren. Und gegen wen wurde diese Maßname zum ersten Mal eingesetzt?
Mafiastrukturen? Drogenschmuggler? Terroristen?

Nö, die Sufraggettes.

Weiß

Im Kontext kolonialer Vergangenheit revitalisiert ‚weiß‘ als unsichtbare Normalität und dominante Kategorie Geschichte, wobei sie die rassifizierte Differenz und weiße Hegemonie enthistorisiert und entpolitisiert, sprich: dethematisiert. Das Schweigen über die koloniale Vergangenheit Europas und Deutschlands kann daher als spezifische, dominant ‚weiße‘ Machtartikulation verstanden werden: Die realgeschichtliche Kolonialisierung wird mit einem „weißen Schleier“ überzogen. Diese „Weißwaschung“ der Geschichte richtet für weiße Metropolenbewohner_innen eine komfortable Scheinwelt ein, in der die Bedeutungslosigkeit von Kolonialismus suggeriert wird.

Dass auch das deutsche Nationenverständnis weiß markiert ist, lässt sich unter anderem daran ablesen, dass ein deutscher Pass nicht zwangsläufig vor rassistischer Diskriminierung schützt.

Medienelite: weiß.

Angry Pigs

Ich dachte immer, bei dem Spiel wird auf die Schweine geschossen und nicht umgekehrt.


via totally grossed out

Pressefreiheit in Österreich


via Rosa Antifa Wien

Geschlechter(be)stimmungen


via Passive Aktion

Seitenweise interne Burschipapiere geleakt

Auf Linksunten ist ein riesiger Haufen interner Burschipapiere geleakt. Also wer Zeit (und vermutlich eine hohe Kotzschwelle) hat, kann das ja mal durchwühlen. Da finden sich bestimmt die einen oder anderen Schmankerl.

Communism from Outer Space

Ich brauch mal wieder Hilfe. Vor einiger Zeit erzählte mir ein Genosse, dass es in Südamerika eine kleine trotzkistische (?) Gruppe gebe, deren politischer Plan wäre, den Kapitalismus so zu supporten, dass die Produktivkraft maximalstmöglich gesteigert wird, damit diese optimal ist, wenn dann die Außerirdischen kommen und den Kommunismus einführen. Auch nach längerer Recherche habe ich dazu nichts finden können. Fällt diese Geschichte eher in den Bereich einer Urban Legend oder gibt es eine solche Gruppe tatsächlich? Und wenn ja, hat irgendwer Links zu Texten von denen?

Bei dem Wetter, jetzt eine Erfrischung

Leninade
via the fast life

Burschis immer rechter

Kommers

Auf den Kommers der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) am kommenden Wochenende in München hatte ich ja schonmal gelegentlich hingewiesen. Jetzt wird sie Sache immer brisanter. Denn im ziemlich rechten Burschidachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) gibt es scheinbar eine Art Putschversuch durch mehrere Burschenschaften der noch rechteren BG. Nachdem sie mit ihren offensichtlichen Bestrebungen, die DB mit einem geforderten „Ariernachweis“ für alle Mitglieder noch weiter nach rechts zu ziehen, vorerst keinen Erfolg hatten, liegen nun der Frankfurter Rundschau Dokumente vor, die

belegen, dass dem Verband ein Putsch droht. Demnach arbeiten in der extrem rechten Burschenschaftlichen Gemeinschaft zusammengeschlossene Verbindungen, die sich in dieser Woche zu einem Festkommers in München treffen, an einer Strategie, um auf dem Burschentag 2012 alle Verbandsämter zu übernehmen.
[…]
Laut einem Strategiepapier, das der FR vorliegt, arbeitet die Karlsruher Burschenschaft Tuiskonia gemeinsam mit den Raczeks daran, die Führung im Verband an sich zu reißen („…übernehmen wir halt den Laden…“). Dafür müsse man nach einer „kurzen Analyse“, was diesmal falsch gelaufen sei, eine „Roadmap“ bis zum nächsten Burschentag erstellen, heißt es darin. So brauche es eine „konsequente Focusierung auf unsere Ziele“, ein „Schattenkabinett“ und ein „Soll-Tätigkeitsprofil für jedes Amt“.

Nötig sei auch eine „klare Strategie“, wie sich die Burschenschaftliche Gemeinschaft verhalte, wenn der umstrittene Mannheimer Verbindungsbruder 2012 für ein Verbandsamt kandidiere. „Da wir ja erlebt haben, dass der linke Mob die Diskussion gar nicht annimmt, (…) müssen wir davon ausgehen, dass wir 2012 (…) alle Ämter besetzen müssen/werden.“ Mit dem „linken Mob“ sind anscheinend die Gemäßigteren unter den Burschen gemeint.

Zum Kommers selbst gibt es inzwischen auch bei Indymedia noch einen ausführlichen Artikel, der nochmal die grundsätzlichen Hintergründe beleuchtet.

Desweiteren hat die autonome Gruppe aka_muc inzwischen auch eine Homepage, wo sich ein weiterer Artikel zu Geschichte und Ideologie deutscher Burschenschaften finden lässt.

Und inzwischen gibt es auch ein nettes (etwas langes) Mobivideo für die Demo am Samstag:

Zum Hintergrund der Burschis

Sie wollen die »Ostgebiete« jenseits der Oder und Neiße wiederhaben, und manche wollen nur »Volksdeutsche« in ihren Reihen. Aber wer will die Deutschen Burschenschafter, wenn selbst die Münchner Sudetendeutsche Landsmannschaft sie nicht will?

Das haben sich die Aktivas und Alten Herren von der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) sicher anders vorgestellt. Am kommenden Samstag wollten sie ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Kommers feiern – der offiziellen Form des verbindungsstudentischen Kneipenabends. Dort wird feierlichen Reden gelauscht und nach genauen Tischregeln und althergebrachten Riten gesoffen, was das Vaterland hergibt.

Abgehalten werden sollte die Festivität in den Räumlichkeiten der sudetendeutschen Landsmannschaft in München. Doch deren Haus bleibt den Korporierten verschlossen: Der Vertriebenenverband kündigte den Mietvertrag, da die BG den Vertriebenen schlicht zu rechts sein dürfte und sie um ihre staatliche Finanzierung fürchten. Das geht aus internen Papieren hervor, die ND vorliegen. Die Sache ins Rollen gebracht hatten die bayrischen Grünen mit einer kleinen Anfrage im Landtag. Diese hätten als »verlängertes Sprachrohr von a.i.d.a. fungiert, einer linksextremen Münchener Antifa-Organisation« agiert, heißt es bei der BG. Tatsächlich hatte die »Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München«, kurz a.i.d.a., bereits Mitte Juni mit einer aufklärenden Artikelserie über die BG begonnen.

Neues Deutschland: Wer will die Korporierten?

Wegen dem Burschikommers am Samstag gibt es bereits am Mittwoch einen sehr spannend klingenden Vortrag im Kafe Marat:

Wann ist ein Bursche ein Mann?
„Mensur ist Menstruationsneid“ lassen Feminist_innen in Österreich wissen. Mannbarkeitsbewahrung, Treueschwur und Zeichen der Wehrhaftigkeit in einem meint hingegen die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG).
Die patriarchale Lebenswelt Studentenverbindung und die antifeministischen Schlussfolgerungen der Deutschen Burschenschaft, die daraus entspringen, sind Gegenstand dieses Vortrags.

Viel zu tun

Diesen Samstag:
CSD

Nächsten Freitag- & Samstagabend:
Festival

Dazwischen noch eben:
BashBack

Und dann am 13. August:
SlutWalk

The Dark Side


via 5 Filmfreunde