Archiv für August 2011

Teil des Ganzen

Maskulistische Nerds

Am 1. September soll im Art Babel in München die nächste Nerd Nite stattfinden.

In der Selbstbeschreibung auf der Homepage heißt es:

Nerd Nite ist eine Veranstaltungsreihe in München, bei der jeweils 2-3 Referenten ein etwas abseitiges Thema in einer Bar vortragen, dem sie sich mit Leidenschaft widmen und in dem sie Expertise angehäuft haben.

Einer der Referenten an 1. September soll Florian Willet sein mit dem Thema Weiblicher Chauvinismus.
Willet ist Autor des Buches Deutschlands Frauen schaffen ihre Männer ab: Florian Willet erklärt weiblichen Chauvinismus.
Aus der Inhaltsbeschreibung des Buches:

Frauen werden besser bezahlt als Männer und haben es leichter, Karriere zu machen!
Männer müssen permanent sexuelle Belästigung durch Frauen erdulden und niemand schreitet ein!! Gute Männer sind keineswegs immer vergeben oder schwul. Das Umgekehrte ist vielmehr der Fall!
Sinnlichkeit, Sensibilität und Intelligenz machen Männer nicht sexy, sondern unattraktiv!
Frauenquoten und Mutterschutzgesetze sind unangebracht, Jungsquoten und Masturbationsschutzgesetze dagegen bitter nötig! Verhaltensauffällige Männer sind nicht das Problem, sondern die weibliche Moral , in der sie leben.

Na bei so einer „Expertise“ kann mensch nur hoffen, dass da vielleicht auch die eine oder der andere Expert_in im Getränke verstolpern o.ä. anwesend ist.

Hermann, Stürzenberger und die Kameradschaft

Inwieweit Michael Stürzenberger, ehemaliger Pressesprecher der Münchner CSU, inzwischen in der rechten Partei „Die Freiheit“, mit seinen ehemaligen Parteikammeraden noch zusammenarbeitet, weiß ich nicht. Aber zumindest in einem Politikfeld ziehen die CSU und „Die Freiheit“ gerade gemeinsam an einem Strang, nämlich bei der Forderung doch endlich das Kafe Marat zu schließen und grundsätzlich gegen alles zu schießen, was ihnen irgendwie zu links erscheint.

So hat der Bayrische Innenminister Hermann mal wieder das Bedürfnis gehabt, den Druck auf die Stadt München zu erhöhen, das Kafe doch endlich dicht zu machen. Gleichzeitig präsentierte er letztens die neue Internetplattform „Bayern gegen Linksextremismus“.
Was es damit auf sich hat fasst der Isarmatrose ganz gut zusammen:

Auf Grund von einem Anstieg linksextremistischer Straftaten auf 372 Vorfälle im Jahr 2010, ist der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) so sehr in Sorge, dass ihm offensichtlich die 1.513 rechtsextremistische Straftaten entgangen sind und er den Aufbau des Informationsportal begrüßte. Auf der Homepage werden für Lehrer Lehrmaterialien und Vorschläge der Unterrichtsgestaltung angeboten, sowie Verhaltenstipps und Kontaktadressen von Ansprechpartnern für Zeugen linksextremistischer Aktionen, die allerdings durch das bayerischen Innenministeriums sehr schwammig definiert sind und unterschiedlich ausgelegt werden können.

Allein die Teilnahme an einer Demonstration, auf der etwas für den Beobachter unerklärliches passiert, reicht nach Ansicht des Innenministerium für eine Meldung bei der Polizei aus. Die Betreiber der Seite lassen den Leser wissen, dass es nicht notwendig ist, „rechtlich prüfen oder belegen zu können, ob ein bestimmtes Verhalten tatsächlich relevant ist oder nicht.“ Das Innenministerium freut sich offenbar über jede Meldung und ruft damit zum unkontrollierten denunzieren auf. Jeder, der an einer Demonstration teilnimmt oder sich vielleicht nur zufällig in der Nähe aufhält, kann dadurch Opfer einer Denunziation werden. Die Seite richtet sich offensichtlich nicht gegen linksextremistische Gewalttaten, sondern gegen Linke und Andersdenkende per se.
[…]
Rechtsextreme Websites, wie Politically Incorrect, auf der sich schon der christliche Terrorist weißer Hautfarbe, der im Juli mindestens 91 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya tötete, Ideen für seine rassistische Hetzschrift holte, werden, im Gegensatz zu KZ-Überlebenden wie Ernst Grube, nicht einmal im Landesverfassungsschutzbericht erwähnt. Der bayerische Innenminister ist offensichtlich auf dem rechten Auge blind und konzentriert sich mit dem gleichen ideologischen Eifer, wie seine Parteifreunde Hans-Peter Uhl und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, die das Internet gerne in ein Gefängnis verwandeln würden, gegen politische und gesellschaftliche Strömungen ein, die seinem Weltbild nicht entsprechen.

Und für PI schreibt dann wiederum Michael Stürzenberger. In seinem letzten Artikel zum Marat, hatte er dann auch zunächst als Quellenangabe für eine Sache die Seite der Kameradschaft München Nord verlinkt. Dabei sind PI und Die Freiheit doch sonst so sehr darauf erpicht, dass ihnen keine_r vorhalten kann, sie wären Nazis oder würden mit Nazis zusammenarbeiten.
Inzwischen ist die Verlinkung dann auch wieder verschwunden, einen Screenshot hab ich leider nicht vorliegen (falls da wer einen von hat, hätte ich nichts gegen einen Kommentar einzuwenden).

Das ist zumindest insofern interessant, wird doch die Erwähnung des aida-Archivs im Verfassungsschutzbericht mit einer handvoll Links zu angeblich linksextremen Webseiten begründet.

I allways wanted to be a model


via Doobybrain

Zur Abwechslung mal Rassismus bei den Danuben

Eine neue Schmähschrift treibt die Spaltung der Deutschen Burschenschaft voran: Ein Alter Herr hetzt darin gegen Überfremdung und Asiaten, die keine „Arier“ seien. Ein Mitglied wird dabei erneut angegriffen: Kai Ming Au. Der erwägt jetzt eine Anzeige.

Die Hetzschrift des Alten Herrn aus Bayern liest sich wie ein Pamphlet aus den dreißiger Jahren: Kann die Deutsche Burschenschaft „glaubwürdig gegen Umvolkung und Überfremdung auftreten, wenn sie allen Ausländern freien Eintritt einräumt?“ Tatsächlich stammt der Text aus dem Jahr 2011.

Der Alte Herr Fred Duswald ist Mitglied der pflichtschlagenden und extrem rechten Verbindung „Danubia München“, die zeitweilig vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wurde und auch Mitglied im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) ist. Den Artikel veröffentlichte er unter der Überschrift „Paßtum contra Volkstum“ in der August-Ausgabe der rechtskonservativen Zeitschrift „Die Aula“ in der Rubrik „Akademisches Leben“.
[…]

Was die Ultras unter den Burschenschaftern erzürnt, ist Kai Ming Aus Ankündigung, auf dem kommenden Burschentag 2012 für ein Verbandsamt zu kandidieren. Falls der Sprecher der Mannheimer Burschenschaft „Hansea“ zum Vorsitzenden des „Ausschusses für Jugend und Nachwuchswerbung“ in der DB gewählt würde, käme das dem ideologischen Super-GAU für den rechtsextremen Flügel des Verbands gleich: „Siegt der Chinese, dann heißt seine Zielgruppe: Au wie Ausländer. Bei Hansea Mannheim steht schon der zweite Chinamann auf der Matte“, schreibt Duswald.

SpOn: Burschenschafter hetzen gegen „Nicht-Arier“

Münchner Zustände

Der 21-Jährige aus Guinea will am Dienstag gegen 19.50 Uhr von Pasing aus mit der S3 in Richtung Innenstadt fahren. Die steht abfahrbereit am Gleis, der Mann schafft es gerade noch in den Zug. „Da seine Freundin etwas langsamer war, hielt er die sich schließenden Türen auf, damit sie zusteigen konnte“, sagt Wolfgang Hauner von der Bundespolizeiinspektion München. „Der Triebfahrzeugführer war darüber so erbost, dass er den Afrikaner per Lautsprecherdurchsage beleidigte.“

Was sich der junge Mann – und sämtliche anderen Fahrgäste – daraufhin anhören muss, ist dieser Satz: „Wenn de Tür kaputt is’, zahlt’s der N----.“

AZ: Rassismus in S-Bahn: „Dann zahlt’s der N----!“
via efendisizler

Verschiedene Familienmodelle


via allophilia

Nachtrag zum Slutwalk

That’s fucking gay!

Know the feeling

Hysteria

Die Erfindung des Vibrators – Der Film

via /film

Da wir ja jetzt auch endlich unsere Ölpest haben


mal wieder via Kraftfuttermischwerk