Nochmal PI

Im August 2005 trafen sich 60 Gleichgesinnte in einem Münchner Lokal zur Kennenlern-Party: Das Blog „Achse des Guten“, das Publizist Henryk Broder mit zwei Kollegen betreibt, lud zum „Pro-westlichen Heimatabend“ (Foto). Zu Gast: Stefan Herre, Chef von Politically Incorrect, den Broder bis 2007 auch auf seiner Website empfahl. Angefreundet haben sich Broder – dessen Polemik gegen Islam und „linksreaktionäres Gutmenschenpack“ in Essay-, Talkshow- und Buchform die PI-Fans anhimmeln – und Herre nicht.

Zumindest sind die beiden bis heute per Sie – auch in den mindestens 30 Mails, die sie 2010 und 2011 austauschten. Dass sie das tun, überrascht dennoch: Broder distanziert sich bisher von PI. „Was Politically Incorrect macht, ist meine Sache nicht“, sagte er in 3sat. Als eine Bekannte Herre damit konfrontierte, schrieb der ihr: „Mit Broder telefonier und email ich ab und zu. Dass er öffentlich was anderes über PI sagt, naja, damit muss ich leben.“

Broders E-Mails sind denn auch vertraulicher: Er bestellt Grüße an Geert Wilders, bespricht mit Herre einschlägige Themen und eine gemeinsame Veranstaltung mit Thilo Sarrazin oder plaudert aus dem Nähkästchen – etwa, dass Marcel Reich-Ranicki sich für Broders Laudatio bedankt, aber „das halbe publikum gemurrt“ habe. Das PI-Forum sei aber „unter aller sau“, schrieb er vor drei Wochen.

Gemeinsame Freunde sind auf Broders „Achse“dennoch willkommen: Jüngst ließ er Detlef Alsbach ausbreiten, wieso es in Deutschland „von Nachteil ist, Deutscher und von Vorteil ist, Türke zu sein“. Alsbach ist Mitglied von Pro Köln und ein Duzfreund von Herre.

Quelle: FR über die Achse des Guten