Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren…

Ihre Musik kündet von einer Zeit, da noch von Mensch zu Mensch kommuniziert wurde, mit nicht mehr als einer Gitarre und naturbelassener Stimme. Optimierungstechnologien wie die Computersoftware Autotune, mit der auch der schlechteste Sänger jeden Ton trifft, waren noch nicht erfunden. Für viele Anhänger des Vollbartfolks ist das bloße Nichtmitmachen bei der permanenten Selbstaufrüstung bereits eine Kritik am digitalen Kapitalismus. Wer daran glaubt, der hält auch die Fleet Foxes, diese unqueerste, geheimnisloseste, bescheidenste und patenteste aller Vollbartbands, für die Krone der Schöpfung, der unverfälschten.
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„Mojo“ und „Uncut“, die Zentralorgane der retrogressiven Musealisierung des Rock, feiern Bands wie die Fleet Foxes. Sie dürfen sogar aufs Cover, eine Ehre, die sonst nur Toten, über Sechzigjährigen und den Gallagher-Brüdern zu Teil wird. Bei „Mojo“ und „Uncut“ widmen sich jahrzehntelang gereifte Edelfedern des Rockjournalismus auf hohem Niveau der Traditionspflege. Jubiläen werden gefeiert wie sie fallen, 60 Jahre Rock‘n'Roll, 50 Jahre Beatles, 40 Jahre T. Rex, 35 Jahre Punk und, ja, 20 Jahre „Nevermind“ von Nirvana. Weiße, heterosexuelle Männer schreiben Monat für Monat an der Bibel der weißen, heterosexuellen Rockmusik.

Mal überraschend guter Popjournalismus bei SpON: Haare überwuchern Haltung