Nichts neues, aber mal bestätigt

Franz W. war weniger graue Eminenz als graue Maus. Inzwischen aber herrscht Entsetzen in Münchens linker Szene: Man ist sich sicher, dass Franz W. (Name geändert) über viele Jahre als V-Mann des Verfassungsschutzes spioniert hat. Der Süddeutschen Zeitung liegen Tonbänder aus den vergangenen Jahren vor, die von W. besprochen wurden und diesen Schluss nahelegen.

Dass einige linke Gruppen vom Geheimdienst beobachtet werden, ist bekannt, man kann das Erkenntnisdestillat jedes Jahr im Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz nachlesen. So verwundert auch nicht, dass zu den Lieblingsobjekten des mutmaßlichen Spitzels das „Bündnis gegen Krieg und Rassismus“ gehörte. In seinen Berichten tauchen, neben Persönlichem über die Freunde und öffentlich Bekannten, aber auch Personen auf, die nicht in Verdacht stehen, Verfassungsfeinde zu sein. Etwa die heutige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP, die Grünen-Fraktionschefin im bayerischen Landtag, Margarete Bause, oder der frühere Münchner SPD-Bürgermeister Klaus Hahnzog.

SZ: V-Mann in Münchens linker Szene