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Erster großer Erfolg gegen Burschis

Für den 16. Juli 2011 hatte die rassistische, deutschnationalistische “Burschenschaftliche Gemeinschaft” (BG) einen so genannten “Festkommers” – also eine Feier von Burschenschaften, bei der traditionellerweise Lieder gesungen und Reden gehalten werden – angekündigt und als Veranstaltungsort das “Sudetendeutsche Haus” in der Münchner Hochstraße gewählt. Nun wurde bekannt, dass der Vorstand der “Sudetendeutschen Stiftung” seine Überlassungszusage wieder zurückgenommen hat und die BG somit knappe 3 Wochen vor dem Kommers ohne Veranstaltungsort da steht.

weiterlesen bei Bash Back

Das folgende Video widme ich der Stadt Bad Reichenhall


via The Presurfer

Diese Anti-Ds haben echt überall ihre Finger drin


via Not that I had better things to do.

Alles dumme Wixer!

Die Burschenschaftliche Gemeinschaft ist ein 1961 in München gegründeter Zusammenschluss verschiedener rechter Burschenschaften aus Österreich und Deutschland, wobei sie in ihrem völkischen Nationalismus Österreich sowie einige Gebiete in Polen und Tschechien als Teile eines Großdeutschlands begreifen. Ihre Vorstellung von Nation gründet dabei in der rassistischen Blut-und-Boden-Ideologie, die systematisch nicht-weiße Menschen, Jüd_innen, Sint_izza, Romni_ja und viele andere ausschließt. Aber auch ihr Geschlechterbild ist von sexistischen und heteronormativen Ideologien geprägt. Konkret heißt dies, dass Frauen* einzig als Mütter und Ehefrauen betrachtet werden und nur den Männern* öffentliche Bereiche wie etwa die Sphäre der Politik oder die elitären, männerbündlerischen Burschenschaften selbst offenstehen. Dies sehen sie begründet in einem biologischen Unterschied von Mann und Frau, aus dem heraus die Gesellschaft organisiert werden soll. Dass sich Menschen jenseits dieser binären Geschlechternormen oder heteronormativer Begehrensstrukturen verorten, erscheint den „Burschenschaftlern“ als der ultimative Angriff auf die „natürliche Ordnung der Gesellschaft“.

In der BG sind 42 „farbentragende“ und „schlagende“ Burschenschaften organisiert. „Farbentragend“ bedeuet das sie als Erkennungszeichen eine Kappe auf dem Kopf und ein Band um den Oberkörper in den jeweiligen Farbe ihrer Burschenschaft tragen. “Schlagend“ heißt, dass sie Wert auf den Zweikampf im Fechten legen. Nach innen sind die einzelnen Burschenschaften straff hierarchisch und autoritär organisiert. Wer in eine solche Burschenschaft eintritt, muss ihre Ideologien sowie Geschlechterbilder verinnerlichen. In ritualisierten Besäufnissen und dem Mensurfechten soll eine „ideale Männlichkeit“ ausgebildet werden. Wer sich einer Burschenschaft anschließt geht einen Bund fürs Leben ein. Die Mitgliedschaft endet nicht mit dem Verlassen der Uni. Auf diese Weise ist gesichert, das Werte und Normen erhalten bleiben und das die sog. „alten Herren“ ihren Verbandsbrüdern in einflussreiche Stellungen in Wirtschaft oder Politik verhelfen. Burschenschaften verstehen sich selbst als Ausbildungsstätten der „gesellschaftlichen Elite“ und möchten sich abheben vom Rest der Studierenden, die sie als abzuwertende und ungebildete Masse ansehen.

Bash Back! Gegen den Festkommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft

Nachtreten solange es geht

Nachdem es wenig überraschend so scheint, als würden Kreise aus Politik und Bundeswehr hart daran arbeiten, dass der Reichenhall-Mitrovica-Skandal möglichst bald im Sande verläuft, legt das Rabatz nochmal nach und thematisiert Bennennung und Gestaltung der Kaserne.

Tracht & Niedertracht

In Anschluss an eine vor kurzem geführt Diskussion muss ich betonen:
Ich behalte es mir vor alle Depp_innen und potentielle Depp_innen unhöflich bis abweisend zu behandeln, so lange sie meinen, in einer Tracht rumlaufen zu müssen. Dabei ist mir dann auch scheißegal, ob sie das, was sie gerade repräsentieren nun selbst reflektiert haben, oder auch nicht.


Bild von München kotzt

Der Trend geht zu „Trachten-Outlet-Stores“ in Industriegebieten oder in umgebauten Bauernhöfen und Ställen, die am Wochenende gern ein Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie anbieten. Und sagenhafte „Schnäppchen“. Die mittelständische Industrie zieht sich damit gleichsam buchstäblich am eigenen Schopf aus dem Sumpf der ökonomischen Krisen: Sie produziert und verkauft den leiblichen Ausdruck ihrer Desolation. Die Jodelklamotten-Industrie verwandelt lustvoll und ausgesprochen profitabel hart arbeitende Bürger in regressive Wesen, denen vor allem eines anzusehen ist: Dass ihnen vor gar nichts mehr graust.
[…]
Man ist „deutsch“ und zwar „richtig“, man ist „heimatverbunden“, freudig bekennt man sich zum Provinziellen und Kleinteiligen, wo man öffentlich unter sich ist, man kann sich etwas leisten, es ist nicht so wie bei armen Leuten.
[…]
Die Tracht ist stets eine Mischung aus einem Bekenntnis zu regionaler Identität, einer performativen Werbung und einem politischen Statement. Man kann, beim besten Willen, diesen textilen Code nicht „unschuldig“ benutzen, weder, indem man ihn extrem authentisch und ständisch-territorial benutzt, noch im unscharfen Gebrauch als modisches Pendant zum allgemeinen Spiel der „Volkstümlichkeit“.
[…]
Das Volkstümliche identifiziert den Empfänger nicht mit einer bestimmten Provinz, sondern mit einer allgemeinen Provinzialität (vielleicht noch vage an bestimmte Traumlandschaften deutscher Heimatlichkeit gebunden: die Alpen, die Heide, die Küste). Die Outlet-Tracht stellt ihre Trägerinnen und Träger nicht mehr in einen bestimmten historischen und topographischen Zusammenhang, sondern wirkt nur als allgemeines Bekenntnis zu einem historisierenden und provinzialisierenden Traumreich. Es ist sozusagen von einem textilen Code, der einem doppelten Missbrauch unterworfen wurde, nur noch der Code genau dieses Missbrauchs übrig geblieben. Der Code der sexuellen Ökonomie und der Code der verbrämten politischen Reaktion.
[…]
Die Mitglieder dieser neuen Klasse des deutschen Volkstümlichkeitskleinbürgers sind insofern ein klitzekleines soziales Problem, weil die Sphäre zwischen „Gut drauf sein“ und Amoklaufen ausgesprochen knapp bemessen ist. Denn die Spannung zwischen Aufstiegslust und Abstiegsangst ist offensichtlich nur durch besonders rasche Wechsel von Regression und Aggression abzubauen. […]
Das alles ist insofern kein Wunder, als der neue „Dirndl-Boom“, den die Hersteller im Süden entzückt registrieren, seinen Ursprung auf dem Münchner Oktoberfest hat, das seit Jahr und Tag als Durchlauferhitzer für einen neuen Sozialbazillus aus schlechtem Geschmack und mittlerem Reichtum (ebenfalls mit einem „Geschmack“) bewährt ist. Hier etablierte sich das Tragen von Trachten insbesondere bei jungen Leuten in den so genannten Nuller Jahren gleichsam als Bekenntnis zur hedonistisch gemäßigten Rechten (die ganz echten Nazis tragen dann wieder so etwas nicht, weil es dann doch nicht gesamt- und großdeutsch genug und auch zu unmilitärisch ist). Die Behauptung übrigens, die Tracht sei hier „quer durch alle Bevölkerungsschichten“ beliebt, bricht sich an den Einkaufspreisen. Von der neuen Unterschicht heißt es, man bringe sich da wegen ein paar Nike-Turnschuhen um. Was, so riskieren wir zu fragen, tut der neue deutsche Volkskleinbürger für seine „Nobeltracht“?
[…]
Der zerfallende deutsche Mittelstand hat sich bei seinem kannibalistischen Beutezug in die Provinz vor lauter Landliebe und Volkstümlichkeit, an Tracht und Niedertracht überfressen. Und jetzt kriegt man das Kotzen.

Das Schönste an Deutschland ist die Autobahn: Tracht & Niedertracht

UPDATE:
Der selbe Artikel, jetzt scheinbar nur noch bei der TAZ

Der Skandal geht weiter…

Okay, es wird immer dicker. Nachdem bei der Bad Reichenhall-Geschichte das an der einen oder anderen Stelle noch als Einzelfall abgetan wurde, hat das Rabatz heute laut Abi-Bild weitere Fotos veröffentlicht, diesmal von einem Tag der offenen Tür in einer Kaserne in Brannenburg.
Darauf zu sehen: Kids mit echten Waffen.
Bisher kam der sich immer mehr ausweitende Skandal ja nur aufgrund der Recherchen und Veröffentlichungen des Rabatz zu stande. Ich frage mich, ob es nicht auch noch die eine oder andere linke Gruppe woanders gibt, die vielleicht auch noch solche oder ähnliche Fotos hat. Jetzt wäre dann wohl die Zeit, um sie zu veröffentlichen und den aktuellen Schwung mitzunehmen, um der Bundeswehr richtig an den Karren zu fahren.

Die antisemitische Freiheit

Insbesondere, nachdem weite Teile der Proteste gegen „Die Freiheit“ in Stuttgart massiv Antiimpig und/oder auch offensichtlich antisemitisch geprägt waren, generiert sich „Die Freiheit“ gerade gerne als Freund Israels. Dass es damit nicht allzuweit her ist, zeigt ein umfangreicher Bericht des a.i.d.a.-Archivs von der bayrischen Landesverbandsgründungsveranstaltung in Unterhaching. Das Archiv dokumentiert ein Gedicht, geschrieben und vorgetragen vom „Stargast“ des Tages Oskar Freysinger (SVP), dass in den selbstbeweihräuchernden DF-Berichten so nicht auftaucht:

Die Grenze störte ihn nicht sehr,
denn da war keine Grenze mehr.
Ihn kümmerte, ganz ohne Geiz,
der liebe Wohlstand in der Schweiz.
Da konnte man Geschäfte machen
Und sich dabei ins Fäustchen lachen,
denn war man mal im Lande drin
war jedes Risiko dahin.
[…]
Was soll die Freiheit in der Ferne,
im Schweizer Knast bleibt jeder gerne,
da wird viel Koscheres serviert
und jede Herkunft respektiert.
[…]

Ob das Verschweigen dieses Gedichts durch DF jetzt allerdings am Antisemitismus lag oder am mangelndem dichterischem Talent oder am merkwürdigen Aussehen des Referenten, das blieb offen.

Der Verfassungsschutz und die Presse

Im Bezug auf die juristischen Gefechte die sich der bayrische „Verfassungsschutz“ mit dem a.i.d.a.-Archiv liefern zu müssen meint, muss ich einen aktuellen Kommentar nochmal hervorheben:

Wegen bild.de, vor allem aber gmx.net und web.de war der Server gestern hoffnungslos überlastet: Sie alle müssen jetzt in den Bayerischen Verfassungsschutzbericht, weil sie direkt auf eine linksextreme Seite verlinkt haben!

Weit gereist

Objections to the children’s camp were first raised by the radical leftist group Rabatz, which called the incident a “scandal” in a statement.

“This is a disgusting insult to the victims” in Mitrovica, said spokeswoman Anna Jade. She called for those responsible to resign and also questioned allowing children to play with fake weapons.

Bundeswehr slammed for children’s ‚Mitrovica‘ war games camp

Soweit ist es schon

Ich gratuliere dann mal dem rabatz zur Unglaublich guten Pressearbeit

Artikel bei bild.de

Traditionell dumm

Für Menschen, die Deutsche Zustände thematisieren und anprangern wollen, könnte man den Ort Bad Reichenhall zynisch als „the gift, that keeps on giving“ bezeichnen.
Nachdem es dort vor kurzem ein Gedenken mit Rechtsterroristen gab, und kurz darauf das rabatz eine Demo dort machte, fand nun eine Woche später ein „Tag der offenen Tür“ in der nach SS-General Rudolf Konrad benannten Kaserne statt.

Das rabatz berichtet:

Beim Tag der offenen Tür in der Bad Reichenhaller General-Konrad-Kaserne hatte die Bundeswehr als „Kinderprogramm“ das Modell einer offensichtlich durch Krieg zerstörten Stadt aufgebaut. Ruinen und kleine Brandherde bestimmten die Szenerie. Zwei Bundeswehrsoldaten ließen unter einem Tarnnetz Kinder mit Waffennachbauten auf die Miniaturstadt schießen. Die Bundeswehr hatte ein Miniatur-Ortsschild für diese Stadt gebastelt: „Klein-Mitrovica“.
Bundeswehr verherrlicht Pogrome

Die im Kosovo gelegene Stadt Mitrovica erlangte traurige Berühmtheit, als dort 1999 trotz Anwesenheit der KFOR albanische Nationalisten das gesamte Roma-Viertel des Ortes plünderten und zerstörten. Mehrere tausend Häuser wurden dabei zerstört, ca. 8000 Roma wurden aus dem Ort vertrieben¹.

2004 wurden bei Anti-Serbischen Pogrome, die von Mitrovica ausgingen, viele Häuser und Einrichtungen der serbischen Bevölkerung zerstört, im ganzen Kosovo gab es viele Tote und hunderte zerstörte Häuser².

Im Zuge der Besatzung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg waren in Mitrovica ab April 1943 Truppen der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, der auch die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger angehörten, stationiert³. Die Vorgängerorganisation der heutigen (Bundeswehr)Gebirgstruppe war dort zur „Partisanenbekämpfung“ eingesetzt. Als Teil der Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands waren die Gebirgsjäger an zahlreichen Massakern und Kriegsverbrechen, bspw. auf Kefalonia und auf Kreta beteiligt.

Erst vorletzte Woche hatte das RABATZ-Bündnis mit einer Demonstration auf die ungebrochene Verherrlichung der Wehrmacht durch die Bundeswehr und weite Teile der Reichenhaller Bevölkerung aufmerksam gemacht. Die Antifaschist_innen kritisierten dabei v.a. das sog. „Kretagedenken“, bei dem der deutsche Angriffskrieg gegen Kreta verherrlicht wird.