Tag-Archiv für 'kino'

Militant gegen Nazis

So könnte das Motto von Inglorious Basterds lauten.
Es gibt inzwischen auch ein paar Fotos dazu hier, hier und hier

So könnte aber auch das Motto der Aktionen gegen das „Heldengedenken“ in München lauten. Dazu ist im Netz heut ein lustiges Video aufgetaucht:

Inglorious Bastards Poster

Photobucket
(via 5Filmfreunde)

Anti-Nazi-Action-Trash

Bereits vor längerer Zeit tauchte im Internet das Drehbuch zum neuen Tarantino-Streifen Inglorious Bastards im Internet auf und kann auch immer noch mit den den üblichen Suchmethoden gefunden werden.
Ich kann allen Leser_innen dieses Blogs die Lektüre nur empfehlen.

Tarantino

Bis zum spektakulären Ende erzählt das Script mir konsequenter Verweigerung einer historischen Authentizität die Geschichte einer jüdischen Spezialeinheit der US-Armee, eben jenen titelgebenden Bastards. Diese von Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) angeführte Truppe wird noch vor der Landung in der Normandie ins von der Wehrmacht besetzte Frankreich eingeschleust, um dort auf möglichst brutale Art möglichst viele Nazis zu töten und zu skalpieren und so Angst und Schrecken unter den Wehrmachtssoldaten zu verbreiten.
Parallel wird die Geschichte von Shoshanna (Mélanie Laurent) erzählt, einer jungen französischen Jüdin. Nachdem sie mit Glück ein Massaker an ihrer Familie durch SS-General Hans Landa (Christoph Waltz) überlebte, betreibt sie später unter falscher Identität ein Kino in Paris. Als der Nazi-Kriegs“held“ Frederick Zoller (warsch. Daniel Brühl) Interesse an ihr findet, sorgt dieser dafür, dass in genau diesem Kino eine große Nazi-Filmpremiere unter Anwesenheit von Landa, Adolph Hitler (sic!) und Joseph Goebbels stattfinden wird. Gemeinsam mit ihrem Angestellten und Liebhaber, dem Schwarzen Marcel (Jacky Ido) plant sie, die gesamte Naziprominenz an diesem Abend im Kino einzuschließen und das Gebäude nieder zu brennen. Doch auch die Bastards haben einen Plan.
Außerdem mischen auch noch der britische General Ed Fenech (Mike Myers) und Filmstar und Doppelagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) mit.

Insgesamt bietet das Script alles, was von Tarantino erwartet werden darf: Brutale Action, glorreiche Sprüche und absurde Zufälle. Auch dank Tarantinos Schreibstil ist das Drehbuch bereits als Lektüre zu empfehlen, auf den fertigen Film freue ich mich jetzt schon riesig (auch wenn Til Schweiger wohl eine Nebenrolle übernehmen wird).

Gut gebrüllt, Löwe?

„Prinz Kaspian“ ist ein Agenda-Film, daran besteht kein Zweifel, und offensichtlicher kann er sich als solcher auch nicht mehr zeigen. Seine diesbezügliche Ehrlichkeit – im Gegensatz zum Vorgänger, der noch durchaus subtiler vorging – müsste man Regisseur Andrew Adamson sogar hoch anrechnen.
(…)
Als Spektakel funktioniert auch dieser zweite Narnia-Film ganz hervorragend. Aber: dass „Prinz Kaspian“ mehr ist, dass der Film auch erziehen will, ist offensichtlich, schon bedingt durch seine junge Zielgruppe. Hinter dem offensichtlichen Bibelpädagogik-Subtext verbergen sich Politpropaganda und Kriegsdurchhalteparolen. Ein Kinderfilm als Rekrutierungsvideo. Die christliche Rechte braucht Nachwuchs.

Der erste war schon stinklangweilig und fies moralinsauer.
Heise-Kritik zu Teil 2

Immer schön der Reihe nach…

Zunächst einmal vorab: Ich liebe TV-Serien!
Lange habe ich davon eher wenig gehalten, aber das, was insbesondere in den USA zur Zeit an Serien produziert wird, ist oftmals um Dimensionen besser und komplexer, als vieles, was in den Kinos zu sehen ist.
Dazu hat die Jungle World jetzt auch eine Textreihe gestartet, ich bin gespannt auf die kommenden Beiträge.
Gleichzeitig bietet der JuWo-Text auch eine große Kritikfläche, die unkritische Lobhudelei auf die Serie 24. Ich muss zugeben, das auch ich die ersten 2 Staffeln gebannt verfolgt habe, aber bereits in Staffel 3 wurde das Schema doch sehr redundant. Wenn mensch über diese Serie spricht bzw. schreibt, darf aber nicht ihr inhaltlicher, ideologischer Gehalt außer acht gelassen werden, liefert 24 doch diverse Argumente für Folter und mehr Geheimdienste.

Aber eigentlich wollte ich jetzt gar nicht über 24 schreiben, sondern über Roots.
Als sämtliche Roots-Episoden 1977 innerhalb von einer Woche ausgestrahlt wurden, entstand ein Phänomen, das bis heute einzigartig ist. Roots war der Straßenfeger schlechthin. Die Finalfolge hatte eine Einschaltquote von 85%! US-Kneipen erlebten drastische Umsatzeinbrüche. Viele Sportsbars versuchten dem zu entgehen, indem sie selbst Roots zeigten. Ein unglaublicher Hype war entstanden.

Heute ist die entscheidende Frage: War der Hype gerechtfertigt?
Generell ist die Frage, wie sehr Hypes überhaupt gerechtfertigt sind. Mit der Erwartungshaltung, die sich vor dem ersten Sehen aufbaut, wenn mensch solche Geschichten liest, wird eine Serie nie mithalten können.
Festzuhalten ist, das Roots 1977 absolut den Nerv der Zeit traf. Debatten über Rassismus waren in den Vorjahren auf vielfältige Art und Weise u.a. durch das Civil Rights Movement angestoßen worden und wurden nun durch diese Serie breit in der Gesellschaft verankert.
Gibt es seitdem keinen Rassismus mehr in den USA?
Genau hier kann dann auch eine Kritik an der Serie ansetzen.
Roots erzählt die Geschichte des Afrikaners Kunta Kinte, der versklavt und in die USA verschifft wird. Die Erzählung folgt ihm und seinen nachfolgenden Generationen bis zur Befreiung durch die Abschaffung der Sklaverei.
Immer wieder schimmert der erhobene Zeigefinger durch, was anstrengend wäre, wenn die Geschichte nicht mit so großartigen SchauspielerInnen auf einer ganz persönlichen Ebene erzählt wird. Gleichzeitig wird mensch das Gefühl nicht los, das sich die (weißen) Produzenten und Regisseure der Serie permanent für Vergangenes entschuldigen, nur um sich dann mit dem Happy End freizusprechen. Eine Thematisierung von Rassismus als kontinuierliche Kategorie von Denk- und Handelsweisen der gesamten Gesellschaft wird zwar kurz vor Schluss ganz grob angerissen, aber zuletzt doch eher weichgespühlt. Allerdings ist hier zu bedenken, dass es später noch eine ebenfalls hochgelobte Fortsetzung Roots – Die nächsten Generationen gab, die ich noch nicht gesehen habe.
In Anbetracht der Entstehungszeit und in Anbetracht dessen, das es sich um eine absolute Mainstreamproduktion handelt, ist die Auseinandersetzung mit Sklaverei und Rassismus als einem entscheidenden Teil der US-Vergangenheit im Großen und Ganzen gelungen und die Serie auch wegen ihrer Spannung durchaus weiter zu empfehlen.

Juno

Eigentlich hatte ich mir für die nächsten Tage vorgenommen, ne kurze Kritik (bzw in diesem Fall eher Empfehlung) zu Juno zu schreiben, der zur Zeit im Kino läuft.
Dank mädchenblog brauche ich das jetzt nicht mehr zu machen, weil ich dem Text so zustimmen kann.
Ergänzen kann ich nur, dass ich den Film auf englisch gesehen habe, und er da absolut großartig ist. Ein Bekannter, der sowohl Original, wie auch Synchronfassung gesehen hat, sagte mir auch, das der Film im Deutschen noch einiges verliert.