Tag-Archiv für 'nazi'

Staatsantifa

In ihrer aktuellen Ausgabe beschäftigt sich die Jungle World mit der Zentralstelle Ludwigsburg, die gegen NS-verbercher ermitteln sollte.
In der Jungle World hat dazu auch Dietrich Kuhlbrodt, Staatsanwalt a.D., Filmkritiker und Schauspieler über seine Erfahrungen berichtet:

In der Zelle wurden wir uns schnell einig, dass die zwölf Mann der Zentralen Stelle für Augenwischerei gegenüber dem kritischen Ausland eingesetzt waren. Es wird ja was getan. Tatsächlich war die Konstruktion der Zentralen Stelle auf Ineffektivität ausgerichtet.

Etwas ausführlicher erzählt er darüber in seinem empfehlenswerten aber im Schreibstil gewöhnungsbedürftigen Buch Deutsches Filmwunder – Nazis immer besser

Militant gegen Nazis

So könnte das Motto von Inglorious Basterds lauten.
Es gibt inzwischen auch ein paar Fotos dazu hier, hier und hier

So könnte aber auch das Motto der Aktionen gegen das „Heldengedenken“ in München lauten. Dazu ist im Netz heut ein lustiges Video aufgetaucht:

Inglorious Bastards Poster

Photobucket
(via 5Filmfreunde)

Anti-Nazi-Action-Trash

Bereits vor längerer Zeit tauchte im Internet das Drehbuch zum neuen Tarantino-Streifen Inglorious Bastards im Internet auf und kann auch immer noch mit den den üblichen Suchmethoden gefunden werden.
Ich kann allen Leser_innen dieses Blogs die Lektüre nur empfehlen.

Tarantino

Bis zum spektakulären Ende erzählt das Script mir konsequenter Verweigerung einer historischen Authentizität die Geschichte einer jüdischen Spezialeinheit der US-Armee, eben jenen titelgebenden Bastards. Diese von Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) angeführte Truppe wird noch vor der Landung in der Normandie ins von der Wehrmacht besetzte Frankreich eingeschleust, um dort auf möglichst brutale Art möglichst viele Nazis zu töten und zu skalpieren und so Angst und Schrecken unter den Wehrmachtssoldaten zu verbreiten.
Parallel wird die Geschichte von Shoshanna (Mélanie Laurent) erzählt, einer jungen französischen Jüdin. Nachdem sie mit Glück ein Massaker an ihrer Familie durch SS-General Hans Landa (Christoph Waltz) überlebte, betreibt sie später unter falscher Identität ein Kino in Paris. Als der Nazi-Kriegs“held“ Frederick Zoller (warsch. Daniel Brühl) Interesse an ihr findet, sorgt dieser dafür, dass in genau diesem Kino eine große Nazi-Filmpremiere unter Anwesenheit von Landa, Adolph Hitler (sic!) und Joseph Goebbels stattfinden wird. Gemeinsam mit ihrem Angestellten und Liebhaber, dem Schwarzen Marcel (Jacky Ido) plant sie, die gesamte Naziprominenz an diesem Abend im Kino einzuschließen und das Gebäude nieder zu brennen. Doch auch die Bastards haben einen Plan.
Außerdem mischen auch noch der britische General Ed Fenech (Mike Myers) und Filmstar und Doppelagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) mit.

Insgesamt bietet das Script alles, was von Tarantino erwartet werden darf: Brutale Action, glorreiche Sprüche und absurde Zufälle. Auch dank Tarantinos Schreibstil ist das Drehbuch bereits als Lektüre zu empfehlen, auf den fertigen Film freue ich mich jetzt schon riesig (auch wenn Til Schweiger wohl eine Nebenrolle übernehmen wird).

Messerstechende Bullen

Ein Ermittlungsbericht (pdf) der Oldenburger Rechtshilfe dokumentiert, wie höchstwahrscheinlich einer oder mehrere Polizisten mit einem Messer auf Demonstranten eingestochen haben. Die Ermittlungen in diesem Fall wurden (natürlich) eingestellt und eins der Opfer bekam dagegen eine Anzeige wegen „Vortäuschung einer Straftat“.
(via bikepunk & indymedia)

Der Richter und der Hold

Vor kurzem wurde der Münchener Stadtrat Karl Richter von der NPD-Tarnliste „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ verurteilt, weil er bei der Vereidigung des neuen Stadtrats einen Hitlergruß andeutete (Foto dazu bei der SZ).
Das sah nicht nur Karl Richter selbst, sondern auch sein Anwalt natürlich ganz anders. Und das ist der Punkt wo es ganz interessant wird. Sein Anwalt war nämlich Sewarion Kirkitadse aus München. Kirkitadse ist nicht irgend so ein Nazi-Anwalt, sondern er ist vor allem bekannt aus der TV-Gerichtsshow „Richter Alexander Hold“, in der er als Staatsanwalt auftritt. In selbiger Rolle tritt er außerdem in der Pseudo-Doku „K11 – Kommissare im Einsatz“ auf.
Geradezu wie Hohn wirkt da seine Werbung bei anwalt.de, wo er sich auch als Anwalt für Ausländer- und Asylrecht anbietet.

Abschiebung, Arbeitsgenehmigungsrecht, Asyl, Ausweisung, Familiennachzug, Staatsangehörigkeitsrecht …

Da bleibt nur noch zu hoffen, dass diese Geschichte etwas in Umlauf gerät, so dass Sat.1 ja vielleicht doch etwas Angst ums Image bekommt und entsprechend reagiert.

(Wikipedia über Kirkitadse)

Nazis und ein totes Mädchen

Nach dem Mord an der 8-jährigen Michelle in Leipzig, verbünden sich NPD, „Freie“ Kräfte und ein Leipziger Volksmob und fordern gemeinsam mit RTL „Todesstrafe für Kinderschänder“. Das ganze ausführlich zusammengefasst hat Stefan Niggemeier.

Wie damals in der DDR


(via)

„I had a great evening. It was like the Nuremberg Trials.“

Woody Allen schafft es so gut wie in jedem seiner Filme Witze und One-Liner mit Bezug auf den Holocaust unterzubringen die eigentlich immer funktionieren. Das finde ich immer wieder extrem faszinierend und extrem lustig, wobei mit natürlich kontextgemäß das Lachen auch das ein oder andere Mal im Hals stecken bleibt.
Alles in allem gebe ich gerne zu: Ich verehre Woody Allen total.
Vorgestern hab ich endlich mal wieder einen Film von ihm gesehen, den ich noch nicht kannte: Hannah und ihre Schwestern
Top, wie immer.

Hier eine Auswahl der schönsten/absurdesten/lustigsten/krassesten Zitate:

You missed a very dull TV show on Auschwitz. More gruesome film clips, and more puzzled intellectuals declaring their mystification over the systematic murder of millions. The reason they can never answer the question „How could it possibly happen?“ is that it’s the wrong question. Given what people are, the question is „Why doesn‘t it happen more often?
You see the whole culture. Nazis, deodorant salesmen, wrestlers, beauty contests, a talk show. Can you imagine the level of a mind that watches wrestling? But the worst are the fundamentalist preachers. Third grade con men telling the poor suckers that watch them that they speak with Jesus, and to please send in money. Money, money, money! If Jesus came back and saw what’s going on in his name, he‘d never stop throwing up.

How the hell do I know why there were Nazis? I don‘t know how the can opener works!

A week ago I bought a rifle, I went to the store – I bought a rifle! I was gonna, you know, if they told me I had a tumor, I was gonna kill myself. The only thing that might-ve stopped me – MIGHT‘VE – is that my parents would be devastated. I would have to shoot them also, first. And then I have an aunt and uncle – you know – it would‘ve been a blood bath.