Leuten, denen dieses Post gefällt, gefällt auch Schlamassel: Isching, Ischinger, Ischinger
[edit: Kommentare beachten!]
Medien, Politik und Medienpolitik
Leuten, denen dieses Post gefällt, gefällt auch Schlamassel: Isching, Ischinger, Ischinger
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Das der erste Aufruf für die Proteste gegen die sog. „Sicherheitskonferenz 2012″ verkürzt, oberflächlich und analytisch an vielen Punkten schlicht falsch ist, überrascht wenig.
Und wie schon im letzten Jahr, wird sich gleich im ersten Absatz auf den Rassisten, Antisemiten und Gaddafi-Freund Jean Ziegler berufen, der sich auch mal gern als „weißen N----“ bezeichnet.
So richtig und wichtig ein Protest und eine fundierte Kritik gegen eine Veranstaltung wie sie SiKo wäre, beim Aktionsbündnis (und allen, die da dann unkritisch mitlaufen) brauch ich wohl gar nicht mehr anfangen zu suchen.
Doch in Zeiten eines flexibilisierten und neoliberalen Geschlechterregimes, wirken die geschlechterpolitischen Institutionen wie behäbige Bürokratiemonster, die kaum mehr in der Lage sind, auf die sich ständig verändernden Bedürfnisse und Lebensbedingungen ihrer Zielgruppe reagieren zu können. Die Frage, wer Teil der Zielgruppe ist, bleibt dabei meistens ebenso unbeantwortet wie die Frage nach der Strategie.
Feministische und emanzipatorische Potenziale im geschlechterpolitischen Feld sucht man also heutzutage lieber in autonomen Kontexten: Antisexismusbündnisse der radikalen Linken, queer/feministische Verzweigungen und Diskussionen im Internet, Mailinglisten zu Antirassismus und Empowerment, Workshops in FrauenLesbenTrans*-Räumen oder Planungstreffen zu queeren(den) Veranstaltungen, um nur einen kurzen Einblick in das weit gefächerte Spektrum widerständiger, autonomer Politiken zu geben.
[…]Ein „Wir“ muss stets neu verhandelt werden, um breite Solidarität zu erreichen. Ein „Wir“ muss mit Widersprüchen und Brüchen umgehen können. Ein „Wir“, das ohne radikale Selbstkritik auskommt, ist nichts weiter als ein_e Stellvertreter_in von Partikularinteressen einer privilegierten Gruppe.
Allerdings gerät ein Aspekt bei dieser feministisch-kritischen Erwartungshaltung gern ins Hintertreffen: Für Selbstreflexion, Differenziertheit, theoretische Einordnungen und politische Arbeit sind Ressourcen nötig, die innerhalb klassistischer und rassistischer Verhältnisse nicht allen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Zugleich greifen strukturell verankerte Diskriminierungsmuster, die den Zugang in entsprechende Räume erheblich erschweren: Wieviele Betroffene rassistisch motivierter Gewalt sind in autonomen Politgruppen aktiv? Wer kann ein Studium aufnehmen und/oder kommt in den Genuss kritischer Wissensfelder? Wer kann sich die Arbeit in unter- bzw. nichtfinanzierten Projekten leisten?
Nadine Lantzsch: Widerstand mit Hindernissen – Fallstricke queer/feministischer Bündnispolitik
In mehreren Teilen Londons finden gerade Scharmützel und Plündereien und Ausschreitungen statt. Das ging am Samstag in Tottenham los, dann kamen auch Brixton, Enfield und Hackney dazu.
Der Blackberry-Hersteller RIM kündigte dazu gerade via Twitter an, dass man die Behörden auf jede mögliche Weise unterstützen werde. Eine dieser möglichen Weisen ist das Entschlüsseln der als tolles Sicherheitsfeature der Blackberries beworbenen BBM-Kurzachrichten, die wegen ihres geringen Preises und ihrer Verschlüsselung recht beliebt sind.
Von den riots mag man halten, was man möchte. Darüber aber, dass Blackberry die Verschlüsselung, auf die sich seine Nutzer verlassen, bricht, kann man aber nur ein eindeutiges und strenges Urteil fällen: Das. Geht. GAR. Nicht.
Netzpolitik: Blackberry kündigt an, Londoner Plünderer auszuliefern
Und noch ein schickes Foto aus London:

via Kraftfuttermischwerk
Der vermeintliche Täter Anders Behring Breivik entspricht dem Prototyp eines neuen Rechten, wie es ihn auch in Deutschland tausendfach gibt – nationalistisch, islamkritisch, rassistisch, internetaffin. Ein Mann, der in Deutschland wohl Kommentator des PI-Blogs wäre und Sarrazin bejubeln würde. Die Saat des Hasses geht nun auf. Wer geglaubt hat, dass die fortwährend hetzenden grau melierten Biedermänner keine Brandstifter hervorbringen würden, hat sich getäuscht. Es ist wohl nur dem relativ rigiden deutschen Waffenrecht zu verdanken, dass “unsere” Sarrazin-Jugend ihrem Hass vor allen online frönt.
Der mutmaßliche Attentäter von Oslo und Utöya gehört zur rechten Szene Ostnorwegens, ein islamistischer Hintergrund der Wahnsinnstat mit mehr als 90 Toten gilt mittlerweile als ausgeschlossen. In deutschen Medien waren Experten schnell mit der Einschätzung zur Stelle, es handele sich um Al Kaida o.ä. – anders die Fachleute in Norwegen, die eher auf Ähnlichkeiten zum Anschlag von Oklahoma verwiesen. Letztere sollten recht behalten. In Deutschland machen sich derweil Neonazis über die zumeist jugendlichen Opfer in Norwegen lustig.
“Abt. Schlimmer Finger: Gewalttätiger Anti-Sozialdemokratenprotest in Norwegen” – diese Überschrift wählte Altermedia aus Stralsund für seinen Artikel. Und weiter: “Sozialdemokraten scheinen auch in Norwegen nicht beliebt zu sein, woran das nur liegen kann?” Die größte Sorge des Betreibers aus Stralsund: Repressionen gegen die Neonazi-Szene auch in Deutschland.
Das ZDF illustriert die Vorstellung des neuen Verfassungsschutzberichts so:

Wer den Fehler nicht findet, darf sich beim BildBlog aufklären lassen.
Über Facebook wird zur Zeit für den 28. Juni auf eine Besetzung des Opernhauses mobilisiert.
Obwohl, Moment… München? Besetzung? Offen Mobilisiert?
Das ruft doch nach einer USK-Massenklopperei, oder etwa nicht?
Naja, ich zitieren dann mal aus dem, äh, „Aufruf“ (hervorhebungen von mir):
OPERNHAUSBESETZUNG
Ein schwärmendes Happening im öffentlichen Zwischenraum. Irgendwo an der Grenze zwischen digitalen und realen öffentlichen Räumen.die urbanauten laden in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper und BMW München – Partner der Opernfestspiele – anlässlich der Eröffnung der Münchener Opernfestspiele 2011 zu einem urbanen Happening samt Opernhausbesetzung am 28.06.2011 um 18.48 Uhr ein. Oper für alle, mal anders.
[…]
Die elektronische Eintrittskarte zur Teilnahme am Happening Opernhausbesetzung erhältst Du ab sofort durch Anmeldung per SMS, Facebook oder TWITTER. Details zum geheimen Startpunkt des Happenings senden wir Dir, wenn Du angemeldet bist, per SMS, Twitter bzw. Facebook exakt 60 Minuten vor Beginn.Sende SMS mit Text hausbesetzung an XXXXX (einmalig 4,99 €)
Dienstag, 28. Juni 2011
In der Münchner Innenstadt und im NationaltheaterExakt 18.48 – 20.37 Uhr
Dauer: 1 Stunde 49 Minuten
[…]
Und was machen die, wenn da tatsächlich Leute kommen und das mit Besetzung und so ernst meinen und nicht um 20.37 Uhr gehen?