Tag-Archiv für 'rassismus'

Rassenlehre mit Google

Rassenlehre
gefunden bei bikepunk089

btw: Der in dem Artikel erwähnte Naziaufmarsch findet statt.

Institutioneller Rassismus als TV-Show

Seit dem 1. September gibt es auch in Deutschland einen so genannten „Einbürgerungstest“, den alle Menschen korrekt beantworten müssen, die einen deutschen Ausweis haben wollen.
Viel Kritik wurde daran geübt.
Wie ein paar „gute Deutsche“ in dem Test abschneiden, kann mensch heute Abend in der ARD sehen, denn dann kommt „Wie deutsch bist du wirklich?“ – Das große Einbürgerungstest-Quiz.

Tropic Thunder

Das hätte ich auch nie gedacht, dass ich es mal so einfach schaffe Antirassismus und einen neuen Film von Ben Stiller in einem Post zu verknüpfen. Und ich kann es durch einen einfachen Verweis:
/film hat eine etwas SPOILER-haltige aber sehr lesenswerte Kritik/Analyse des neuen Ben Stiller Films Tropic Thunder.

But underneath its sheen of light-hearted hilarity lies a biting message not just about the lengths to which actors will go for an Oscar, but about the ridiculousness of white cultural appropriation.
(…)
Tropic Thunder subverts the spectre of white cultural appropriation that hovers over not only this film, but of many others that Hollywood has already released. It takes appropriations that should be offensive and makes them objects of ridicule. It is as subversive as it is funny, as offensive as it is thought-provoking. For all this it deserves both our applause and laughter. It is one of the best films of this summer. Go see it.

Ein bisschen Rassismus zum Wochenende

Ein aktueller Werbespot von ATU steuert relativ gezielt rassistische Ressentiments mit dem Konzept „schwarz=schlecht“ an. Der Schwarze Blog vom braunen Mob hat einen Musterbrief an ATU zum runterladen und abschicken.

Desweiteren möchte ich allen die Kurzdokumentation Lebe deinen Alptraum empfehlen. Darin geht es um einen Schwarzen Menschen, der in nachts Nürnberg von mehren Nazis angegriffen wurde. In der unübersichtlichen Situation fügte er bei dem Versuch sich selbst zu verteidigen einem Nazi eine schwere Kopfverletzung zu, weshalb er nun 7 Monate in den Knast muss.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Nazis schon mehrere Leute verletzen müssen, um nicht mit Bewährung davon zu kommen. Ich hab jetzt grad aber keine Statistik, die das wirklich belegen kann. Aber auch losgelöst davon ist dieser Fall einfach an sich extram krass, wie aus einer Selbstverteidigung vor Gericht eine schwere Körperverletzung wird.

beides gefunden bei BLACKprint

Immer schön der Reihe nach…

Zunächst einmal vorab: Ich liebe TV-Serien!
Lange habe ich davon eher wenig gehalten, aber das, was insbesondere in den USA zur Zeit an Serien produziert wird, ist oftmals um Dimensionen besser und komplexer, als vieles, was in den Kinos zu sehen ist.
Dazu hat die Jungle World jetzt auch eine Textreihe gestartet, ich bin gespannt auf die kommenden Beiträge.
Gleichzeitig bietet der JuWo-Text auch eine große Kritikfläche, die unkritische Lobhudelei auf die Serie 24. Ich muss zugeben, das auch ich die ersten 2 Staffeln gebannt verfolgt habe, aber bereits in Staffel 3 wurde das Schema doch sehr redundant. Wenn mensch über diese Serie spricht bzw. schreibt, darf aber nicht ihr inhaltlicher, ideologischer Gehalt außer acht gelassen werden, liefert 24 doch diverse Argumente für Folter und mehr Geheimdienste.

Aber eigentlich wollte ich jetzt gar nicht über 24 schreiben, sondern über Roots.
Als sämtliche Roots-Episoden 1977 innerhalb von einer Woche ausgestrahlt wurden, entstand ein Phänomen, das bis heute einzigartig ist. Roots war der Straßenfeger schlechthin. Die Finalfolge hatte eine Einschaltquote von 85%! US-Kneipen erlebten drastische Umsatzeinbrüche. Viele Sportsbars versuchten dem zu entgehen, indem sie selbst Roots zeigten. Ein unglaublicher Hype war entstanden.

Heute ist die entscheidende Frage: War der Hype gerechtfertigt?
Generell ist die Frage, wie sehr Hypes überhaupt gerechtfertigt sind. Mit der Erwartungshaltung, die sich vor dem ersten Sehen aufbaut, wenn mensch solche Geschichten liest, wird eine Serie nie mithalten können.
Festzuhalten ist, das Roots 1977 absolut den Nerv der Zeit traf. Debatten über Rassismus waren in den Vorjahren auf vielfältige Art und Weise u.a. durch das Civil Rights Movement angestoßen worden und wurden nun durch diese Serie breit in der Gesellschaft verankert.
Gibt es seitdem keinen Rassismus mehr in den USA?
Genau hier kann dann auch eine Kritik an der Serie ansetzen.
Roots erzählt die Geschichte des Afrikaners Kunta Kinte, der versklavt und in die USA verschifft wird. Die Erzählung folgt ihm und seinen nachfolgenden Generationen bis zur Befreiung durch die Abschaffung der Sklaverei.
Immer wieder schimmert der erhobene Zeigefinger durch, was anstrengend wäre, wenn die Geschichte nicht mit so großartigen SchauspielerInnen auf einer ganz persönlichen Ebene erzählt wird. Gleichzeitig wird mensch das Gefühl nicht los, das sich die (weißen) Produzenten und Regisseure der Serie permanent für Vergangenes entschuldigen, nur um sich dann mit dem Happy End freizusprechen. Eine Thematisierung von Rassismus als kontinuierliche Kategorie von Denk- und Handelsweisen der gesamten Gesellschaft wird zwar kurz vor Schluss ganz grob angerissen, aber zuletzt doch eher weichgespühlt. Allerdings ist hier zu bedenken, dass es später noch eine ebenfalls hochgelobte Fortsetzung Roots – Die nächsten Generationen gab, die ich noch nicht gesehen habe.
In Anbetracht der Entstehungszeit und in Anbetracht dessen, das es sich um eine absolute Mainstreamproduktion handelt, ist die Auseinandersetzung mit Sklaverei und Rassismus als einem entscheidenden Teil der US-Vergangenheit im Großen und Ganzen gelungen und die Serie auch wegen ihrer Spannung durchaus weiter zu empfehlen.